Lehren und Lernen unter Pandemiebedingungen: Alles besser als vorher?

Lehrerinnen und Lehrer an Schulen für Gesundheitsberufe waren noch nie „nur“ Wissensvermittler, sondern auch Problemlöser, Vertrauensperson, Konfliktpartei, Motivatoren, Kritiker, Vermittler und vieles mehr. Doch seit Corona liegt quasi kein Stein mehr auf dem anderen. Auch nicht in den Schulen. Lehrerinnen und Lehrer führen jetzt auch Corona-Tests durch, müssen komplizierte Ministerialanweisungen verstehen und Schüler gleichzeitig in Präsenz und virtuell unterrichten. Ein schwieriger Spagat. Und dennoch: Unterricht war nie besser als heute.

Die Lehrerschaft am Limit

Fast die gesamte Lehrerschaft bestätigte schon Ende 2020 in einer DAK-Untersuchung, dass ihr Job unter Pandemiebedingungen anstrengender geworden ist. Mehr als ein Viertel fühlte sich bereits damals stark erschöpft. Seither sind die Belastungen nicht weniger geworden. Abstandsgebot und Maskenpflicht führen zu körperlicher Distanz. Doch digitale Alternativen scheinen die Gräben zumindest teilweise überwinden zu können.

Wissensvermittlung funktioniert heute besser als früher: 10 Argumente

  1. E-Mail, Chat, Instant Messaging – nie gab es so viele Möglichkeiten, sich mit Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schülern auszutauschen. Persönlich, individuell, vertraulich.
  2. Digitale Unterrichtstools erlauben eine punktgenaue Stärken-und-Schwächen-Analyse jedes einzelnen Lernenden. Individuelle Förderung ist damit für jeden möglich.
  3. Virtuelle Aufgaben sind meist standardisiert und lassen sich daher einfacher und schneller korrigieren.
  4. Digitales Lernen erfordert digitale Kompetenzen und bereitet die Schülerinnen und Schüler damit auf ihre digital-gestützte Zukunft vor.
  5. Die Vielfalt der digitalen Formate machen den Unterricht besonders abwechslungsreich.
  6. Auch wer nicht vor Ort am Unterricht teilnehmen kann, weil er sich zum Beispiel ein Bein gebrochen hat, kann virtuell partizipieren. Und zwar auf gleichem Niveau wie alle anderen Schülerinnen und Schüler.
  7. Der Daten- und Informationsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen funktioniert auf Knopfdruck und in Echtzeit. Unterrichtsvorbereitung und Wissensteilung sind dadurch einfacher und werden häufiger genutzt.
  8. Virtuelle Klassenräume sind kollaborativ und fördern damit das gemeinsame Arbeiten.
  9. Digitales Lernen ist multimedial und damit oft attraktiver für den Nachwuchs als klassische Unterrichtsmedien.
  10. Die verschiedenen digitalen Lernmethoden lassen sich so kombinieren, dass alle unterschiedlichen Lerntypen angesprochen werden – ohne zusätzlichen Aufwand bei der Unterrichtsvorbereitung.

Lehren 4.0 braucht Kompetenzen 4.0

Doch Lehren unter Pandemie-Bedingungen gelingt nur, wenn die Lehrerinnen und Lehrer über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen. Dazu zählen in erster Linie digitale Kompetenzen. Aber nicht nur das: Sie benötigen auch das richtige Mindset. Sie müssen wissen, wie digitale Lernformate wirken, welche Aufmerksamkeitsspannen es gibt und wie sich Lerneffekte durch bewusste Auszeiten, Achtsamkeitsübungen u.Ä. verbessern lässt. Lehren ist eben nicht nur Wissensvermittlung, das war es noch nie. Heute ist Lehren allerdings digitaler, individueller und fordernder als je zuvor. Es ist kein „Weiter wie bisher“, sondern ein „Aufbruch in die Zukunft“. Und genau das wollen wir doch für die Beschäftigten von morgen: dass sie für die künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen bestens gewappnet sind.

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