Löst eine neue Technologieplattform das Kommunikationsdilemma im Gesundheitswesen?

Schon seit Längerem ist bekannt, dass die Kommunikation einen maßgeblichen Einfluss auf die Patientenzufriedenheit hat. Vor allem die regelmäßige und zufriedenstellende Interaktion mit den Pflegekräften sowie den behandelnden Ärzten trägt mit knapp zwei Dritteln maßgeblich zur Zufriedenheit – oder eben Unzufriedenheit – der Pateinten bei.[1] Laut einer Studie der Universität Bielefeld versteht aber mehr als die Hälfte der Patienten nicht, was Mediziner ihnen sagen wollen. Sie können die Gesundheitsinformationen, die sie erhalten, schlichtweg nicht richtig interpretieren. Neben der Arzt-Patienten-Beziehung ist zudem die sektorenübergreifende Kommunikation mitentscheidend für den Behandlungserfolg und damit für die Patientenzufriedenheit. Doch auch hier existieren Verbesserungspotenziale.

Wie wird kommuniziert?

Krankenhausprozesse sind sehr kommunikationszentriert. Zumindest sollten sie es sein. Nur durch gezielte Kommunikation gelingt es, Daten einzuordnen und aus den verfügbaren Informationen richtige Entscheidungen abzuleiten. Doch im hektischen Klinikalltag bleibt oft viel zu wenig Zeit, sich auszutauschen. Darunter leidet sowohl die Arzt-Patienten-Beziehung als auch die Interaktion mit den Pflegekräften. Und auch dem Personal selbst bleibt zu wenig Zeit, sich abzustimmen, Beobachtungen aus der letzten Schicht mitzuteilen und auf Unregelmäßigkeiten hinzuweisen.

Besser kommunizieren dank Digitalisierung

Die Digitalisierung hat das Potenzial, die Kommunikation im Krankenhaus nachhaltig zu verbessern. So ist es beispielsweise möglich, beim Gespräch zwischen Pflegekraft und Patienten per E-Konsultation einen Arzt hinzuzuschalten. Ohne dass er selbst vor Ort sein muss. Auf diese Weise lassen sich medizinische Fragen oder auch Unsicherheiten in der Behandlung sofort durch einen kompetenten Ansprechpartner klären. Das gilt ebenso für die vor- und nachgelagerte Betreuung von künftigen bzw. ehemalgien Patienten. Telemedizin entkoppelt die Kommunikation von festen Anwesenheitszeiten und spart damit aufwändige Wege, wertvolle Zeit und bares Geld.

Auch das Klinikpersonal untereinander kann digital kommunizieren – sei es zum kurzen Informationsaustausch per Chat bzw. Messenger oder in größerem Umfeld in Form von Video-Calls. Entsprechende Konzepte kommen beispielsweise bei Tumorkonferenzen zum Einsatz.

Technische Hürden überwinden

In der Praxis scheitert eine flächendeckende und vernetzte Kommunikation jedoch an der Verfügbarkeit einer einheitlichen Technologiepattform. Insellösungen führen hingegen zu Kommunikations- und Datensilos, die die Einbindung Dritter schwer bis unmöglich machen. Ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) soll das ändern:[2] Seit vier Jahren wird hier am so genannten „Technologieprogramm Smart Service Welt II“ gearbeitet. Ziel ist eine digitale Gesundheitsplattform, die alle Akteure verbindet und gleichzeitig den hohen Sicherheitsansprüchen des Health Sectors gerecht wird. Das „Digital Allround-Care Ecosystem“, kurz DACE, soll die ersehnte übergreifende Zusammenarbeit ermöglichen und den Zugang zu Smart Services entlang der gesamten Patient Journey gewährleisten. Gelingt dieses Vorhaben, wäre das ein wichtiger Schritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens und würde maßgeblich zur erfolgreichen Transformation beitragen.


Quellen:

[1] http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/PDF/picker_kurz.pdf

[2] https://dace-project.com/

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