Lunch Lectures: Nachhaltiger Wissenserwerb für zwischendurch

Lunch Lecture

© Frohberg GmbH

Ob im Patientengespräch oder im Austausch mit Kollegen: Zeit ist zu einer der wichtigsten Ressourcen geworden, die im hektischen Klinikalltag immer rar ist. Gerade der interdisziplinäre oder sektorenübergreifende Erfahrungstransfer kommt infolgedessen häufig zu kurz. Dabei der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand für die Interaktion mit den heterogenen Stakeholdern im Krankenhaus besonders wichtig. Lunch Lectures können diese Lücke füllen – und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.

Wissen als Kreislauf

Wissenserwerb ist schon lange nicht mehr auf Studium und Ausbildung beschränkt, sondern zu einer lebenslangen Herausforderung geworden. Neues Wissen entsteht dabei zwar nach wie vor durch Schulung und Weiterbildung oder die Lektüre von Fachpublikationen. Ein Großteil des relevanten Know-how wird aber auch im täglichen Austausch mit Mitarbeitern, Kollegen, Patienten, Experten, Vorgesetzten etc. generiert. Dabei gilt die Devise: Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt. Das heißt: Wenn man Wissen verteilt, sich darüber austauscht, es diskutiert, in einen Kontext einordnet und man es anwendet, dann wird das vorhandene Wissen spezifiziert und verändert – es entsteht neues Wissen.

Zeitmangel führt zu Wissensverlusten

Wenn aber genau für den gegenseitigen Austausch keine Zeit bleibt, wenn der Wissensinput fehlt, dann stagniert dieser wichtige Wissensprozess. Doch gerade im Schichtbetrieb, bei hoher physischer und psychischer Belastung, ist es schwierig, nach Feierabend noch einen Expertenvortrag zu besuchen, eine Abendschulung zu belegen oder für mehrere Tage zu einer Konferenz zu reisen. Schließlich wartet der Klinikbetrieb nicht.

Um das Kow-how gerade in einer so wissensintensiven Organisation wie dem Krankenhaus kontinuierlich aktuell und „im Fluss“ zu halten, bedarf es innovativer Ansätze, die das Wissen bedarfsgerecht und ohne Mehraufwand zu den Beschäftigten bringt. Microlearning, Learning Nuggets und Lernvideos on Demand sind solche Angebote. Oftmals findet die Auseinandersetzung mit den entsprechenden Themen aber im stillen Kämmerlein statt oder auf dem Weg zur Arbeit. Der kollaborative Austausch kommt dabei häufig zu kurz. Doch genau den braucht es, um Wissen nicht nur zu konsumieren, sondern weiterzuentwickeln.

Lunch Lecutres machen das Mittagessen zum Wissens-Highlight

Genau hier setzen Lunch Lectures an: Sie verbinden das Nützliche mit dem Angenehmen. Während des Mittagessens hält ein Experte einen Vortrag, zum Beispiel über die Zukunft des Gesundheitswesens, Digitalisierungsmöglichkeiten im Krankenhaus oder zu neuesten Forschungsergebnissen. Während die Mitarbeiter speisen, spricht der Experte über sein Thema. Als Nachtisch wird diskutiert und nachgefragt. Natürlich nicht bei jedem Mittagessen, aber einmal pro Woche. Oder zumindest einmal im Monat. So bietet sich die Gelegenheit, ohne Mehraufwand up-to-date zu bleiben.

Für die Mitarbeiter entstehen dadurch weder Aufwand noch Kosten. Das Krankenhaus bzw. das Management muss sich um die Organisation kümmern – von der Anfrage an potenzielle Referenten bis hin zur Einladung und Information der Mitarbeiter. Kosten können für den Expertenvortrag entstehen. Als Anreiz ist es zudem eine Überlegung wert, die Mitarbeiter an dem speziellen Tag zum Essen einzuladen. Aufwand und eventuellen Kosten steht aber ein Wissensinput gegenüber, der sich in monetären Zahlen kaum aufwiegen lässt und von dem innerhalb von 30 bis 45 Minuten ein großer Teil der Belegschaft profitieren kann.

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