Magnet Hospitals – Magnetisch dank Wissensmanagement

Magnet Hospitals

© Thieme & Frohberg GmbH

Als erstes Magnet Hospital weltweit wurde 1994 das University of Washington Medical Center in Seattle erklärt. Seither gelten Magnet Hospitals in den USA als Qualitätssiegel in Sachen Pflege. Jetzt möchten auch deutsche Kliniken folgen. Allen voran die Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) und das Universitätsklinikum Münster (UKM). Sie sind auf dem Weg, Leuchtturmprojekte für ganz Europa zu werden. Bei der Umsetzung bedienen sie sich vielfältiger Ansätze aus der Methoden-Palette des Wissensmanagements.

Exzellenz in der Pflege

Das erklärte Ziel von Magnet Hospitals ist eine konstant überdurchschnittliche Qualität in der Pflege. Über alle Pflegeprozesse hinweg streben sie ein absolutes Top-Niveau an. Die Umsetzung erfolgt anhand fünf übergeordneter Komponenten.

  1. Transformationale Führung:
    Dieser Führungsstil gilt in einem dynamischen Umfeld mittlerweile als alternativlos. Die Führungskräfte dienen dabei als Vorbild für alle anderen Mitarbeiter. Sie wirken durch beispielhaftes Handeln motivierend, anregend und unterstützend auf die Belegschaft. So soll sich das Verhalten der Pflegekräfte durch „Abschauen und Nachmachen“ verändern. Weg vom Handeln nach Vorgaben, wie bei der direktiven Führung üblich, und hin zu Selbstständigkeit und Eigeninitiative.
  2. Strukturelles Empowerment:
    Flache Hierarchien und kurze Entscheidungsprozesse tragen nachhaltig zur Qualitätsverbesserung bei. Das soll durch die Stärkung der Entscheidungskompetenz (= Empowerment) auf Seiten der Mitarbeiter erreicht werden.
  3. Exemplarische professionelle Praxis:
    Basis des täglichen Handelns bilden evidenzbasierte Pflegemodelle und -Standards. Jeder Mitarbeiter weiß um seine Rolle und die damit verknüpften Aufgaben und kann sie gegenüber anderen klar kommunizieren.
  4. Neues Wissen, Innovationen & Verbesserungen:
    Die pflegerische Arbeit orientiert sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das entsprechende Wissen findet kontinuierlich Eingang in die Einrichtung und die dort etablierten Prozesse.
  5. Empirische Outcomes:
    Wie gut ist die Pflege-Qualität tatsächlich? Antworten bietet eine permanente interne Qualitätsprüfung und das Benchmarking mit anderen Klinikhäusern.

 

Patientenzufriedenheit und Mitarbeiterbindung

Das Konzept der Magnet Hospitals entstand in den USA seinerzeit insbesondere aufgrund des dort in den 1980er Jahren herrschenden Fachkräftemangels. Genau in dieser Situation befinden sich deutsche und europäische Krankenhäuser derzeit – und forcieren daher eine Adaption des Magnet-Ansatzes.

Durch die Umsetzung der beschriebenen fünf Komponenten soll in erster Linie die Qualität deutlich steigern. Entsprechende Kliniken, wie das UKM oder die RKU, sollen als Leuchttürme über alle anderen hinwegstrahlen. Und dadurch für Patienten ebenso wie für potenzielle Mitarbeiter anziehend wirken.

Angesichts der demografischen Entwicklung sind solche Initiativen eindeutig notwendig. Aber die magnetische Wirkung können auch Krankenhäuser herbeiführen, die sich nicht explizit zum Magnet Hospital entwickeln möchten bzw. können. Denn die wichtigsten Stellschrauben, die sich in den Umsetzungskomponenten wiederfinden, kommen vor allem den klinischen Wissensmanagern oder Wissensmanagement-Beauftragten bekannt vor. So zählen zu den wichtigsten Enablern weit verbreite Ansätze aus der Wissenskultur und der Lernenden Organisationen. Denn Wertschätzung, kontinuierliche Weiterbildung, Kommunikation auf Augenhöhe, Feedbackkultur und Vertrauen sind Aspekte, die – vorgelebt und authentisch umgesetzt – zu den entscheidenden Faktoren beim Employer Branding gehören. Wer bestehendes Personal binden und für neue Bewerber attraktiv werden möchte, muss genau hier ansetzen.

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nl/kwm

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