Medizinwissen PLUS: Ärzte brauchen digitale Kompetenzen!

Digitale Kompetenzen © Monet/Adobe.Stock.com

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Ein guter Arzt zeichnet sich durch exzellentes Fachwissen, langjährige Praxiserfahrungen und durch ein hohes Maß an Einführungsvermögen und Empathie aus. Das war schon immer so und wird auch künftig so bleiben. Allerdings kommt im Zuge der vierten industriellen Revolution noch ein weiterer Aspekt hinzu: Mediziner müssen digitale Kompetenzen aufbauen und den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wissen erlernen. Nur so wird es ihnen möglich, mit der IT-Entwicklung Schritt zu halten – und die Neuerungen zur Effizienzsteigerung im Klinikbetrieb zu nutzen.

Digitalisierung macht die Medizin individueller

Big Data, künstliche Intelligenzen und virtuelle Assistenten sind längst keine Passion versierter Computer-Nerds mehr. Stattdessen haben diese Technologien – die übrigens allesamt im Wissensmanagement angesiedelt sind – unwiderruflich Eingang in den medizinischen Alltag gehalten. Ob Pflegeroboter, 3D-Brillen im OP, smarte Pflaster oder intelligente Pillen: Die Digitalisierung ist auch im Krankenhaus auf dem Vormarsch. Der technische Fortschritt kann für die Medizin zum Quantensprung werden. Neue Möglichkeiten der Überwachung und Früherkennung helfen, Krankheiten rechtzeitig zu diagnostizieren oder vorherzusehen, bestenfalls noch bevor sie überhaupt ausbrechen. Der Abgleich gigantischer Datenmengen macht den Weg frei zu einer individuellen Medizin, bei der die Therapie und Medikation exakt auf den einzelnen Patienten abgestimmt sind.

Digitalisierung weist den Weg aus dem Generationen-Dilemma

Zudem scheint die Digitalisierung der derzeit einzige Ausweg aus dem sich anbahnenden demografischen Fiasko. Eine zunehmend älter werdende Gesellschaft mit einer stetig abnehmenden Zahl an Erwerbstätigen, insbesondere im Medizin- und Pflegebereich, steht bereits mittelfristig vor einem Shutdown, zumindest im Health Sector. Zu viele Patienten und zu wenig medizinisches Personal in Kombination mit dem wirtschaftlichen Druck in der Kliniklandschaft setzen zwangsläufig eine Negativspirale in Gang. Überarbeiteten Ärzten und Pflegern bleibt zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten. Das führt zur physischen und psychischen Überlastung. Die Krankheitsrate steigt, Burn-outs drohen – statt zurück ins Hamsterrad, wechseln die wenigen verbliebenen Fachkräfte in die Wirtschaft und die Industrie.

Digitalisierung verstehen

Hier setzt die Digitalisierung an: Sie soll – und kann (!) – es schaffen, Prozesse zu optimieren und das medizinische Personal soweit zu entlasten, dass die Mitarbeiter wieder Zeit für ihre wirklich wichtige Aufgabe haben: den Patienten. Im Zuge der digitalen Transformationen übernehmen intelligente Maschinen Routinearbeiten, die dem Menschen vor allem eines rauben: Zeit. Doch genau das gelingt nur, wenn Ärzte und Pfleger das Wie und Warum verstehen und Digitalisierungsinitiativen – häufig aus Unwissenheit – nicht schon von vorherein als Mehrarbeit abtun und so zum Scheitern verurteilen.

Digitalisierung ist Wissensarbeit

Daher sind die Führungsverantwortlichen gefordert, Mitarbeiter auch nach ihrer Digitalkompetenz auszuwählen oder entsprechendes Wissen innerhalb der Belegschaft aufzubauen. Das fängt bei den grundlegenden Fragen des Wissensmanagements an: Was ist Wissen überhaupt? Und warum sind Erfahrungen so wertvoll? Wie lässt sich Know-how abbilden, speichern und wiederfinden? Welche Wege gehen Informationen im Krankenhaus überhaupt? Und sind die damit zusammenhängenden Abläufe effizient definiert? Oder lauern hier vielleicht Optimierungs- und Einsparpotenziale?

Digitalisierung erhöht die Versorgungsqualität

Nur wer weiß, was die Digitalisierung bewirken kann – und welche Prozesse im Hintergrund ablaufen, der ist im Stande, ihre Möglichkeiten vollständig auszuschöpfen. Profiteure sind die Kliniken und ihre Mitarbeiter, insbesondere aber die vielen Patienten, die einer immer intensiveren Betreuung bedürfen.

nl/KWM
Bildquelle: © Monet/Adobe.Stock.com

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