Mehr Patientensicherheit durch mehr Stationsapotheker

Stationsapotheker erhöhen Patientensicherheit© marog-pixcells/Adobe.Stock.com

© marog-pixcells/Adobe.Stock.com

Internationale Untersuchungen zeigen, dass Apothekerinnen und Apotheker einen wichtigen Beitrag zur Arzneimitteltherapie- und Patientensicherheit leisten können. Insbesondere Intensivpatienten erhalten sehr viele Medikamente, gleichzeitig haben sie häufig Organinsuffizienzen. Sind Apotheker in die Behandlung eingebunden, ist das Risiko für eine unerwünschte Arzneimittelwirkung niedriger. In Deutschland sind vergleichsweise wenig Apotheker in Krankenhäusern beschäftigt. Heike Hilgarth, Apothekerin und Arzneimittelexpertin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), hat jetzt eine Umfrage gestartet. Ziel ist es, die Versorgungssituation an deutschen Kliniken verlässlich einzuschätzen. Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und dem Bundesverband deutscher Krankenhausapotheker (ADKA).

„In der Umfrage wollen wir feststellen, inwiefern in Deutschland Apotheker Teil des interprofessionellen Teams der Intensivstation sind und welche Aufgaben sie übernehmen“, erklärt Heike Hilgarth. Falls noch kein Apotheker im Team ist, werden die ärztlichen Leiter der Intensivstationen gefragt, in welchen Bereichen sie sich Unterstützung durch Stationsapotheker wünschen. In der Regel erinnern sich die Verantwortlichen immer an auftretende Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Arzneimitteltherapie, so Hilgarth. Hier wären die Kompetenzen der Apotheker hilfreich.

Interdisziplinäre Teams sind für alle Beteiligten ein Vorteil

Studien zeigen, dass die Patientensicherheit durch Stationsapotheker steigt: Es treten weniger Neben- beziehungsweise Wechselwirkungen auf. Zudem erhalten die Patienten ihre Medikamente in der richtigen Dosierung, angepasst an eine eventuell vorhandene Organinsuffizienz.  Darüber hinaus helfen die Apotheker bei der Medikationsanamnese und beraten die Ärzte bei der Therapieentscheidung. Pflegekräfte erhalten über die Pharmazeuten verlässliche Informationen zur Verabreichung der Medikamente. „Insgesamt stellt das eine Optimierung der Therapie für den Patienten dar. Unsere Leistungen sind also ein Gewinn für alle Seiten: Patient, Arzt und Pflege“, fasst Heike Hilgarth zusammen.

Vergleichsweise wenig Apotheker in deutschen Kliniken beschäftigt

Die Befragung ist die erste ihrer Art in Deutschland. Erst in den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich die klinische Pharmazie hierzulande deutlich weiterentwickelt. Das Studium legt heute einen größeren Fokus auf die Klinische Pharmazie und vermittelt so wichtige Inhalte für die Arbeit auf der Station. Immer mehr Apotheker sind dementsprechend in den vergangenen Jahren schon auf Krankenhausstationen in Deutschland tätig geworden. „Diese Entwicklung wollen wir mit den Daten aus der Erhebung unterstützen. Gleichzeitig benötigen wir insgesamt mehr Daten über die Arbeit von Apothekern auf Intensivstationen“, erklärt die Pharmazeutin, die bei der Stellenbesetzung in Deutschland noch viel Potenzial sieht. „Hierzulande sind es 0,4 Apotheker pro 100 Betten. In Großbritannien sind es zum Beispiel 4,5 Apotheker pro 100 Betten.“

Quelle:
Umfrage zur Situation von Krankenhausapothekern: „Wir benötigen mehr Daten über die Arbeit auf Intensivstationen“, idw online, vom 10.7.2019

cp/KWM
Bildquelle:
© marog-pixcells/Adobe.Stock.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar