Mehrwert durch IT: Fünf technische Innovationen, die die Medizin verbessern

Mehrwert durch IT

© Thieme & Frohberg GmbH

Wir befinden uns mitten im digitalen Wandel. Die Veränderungen sind in allen Lebensbereichen spürbar: Das Smartphone löst die klassische Kamera ab. Faxgeräte gehören zu den Auslaufmodellen. 3D-Brillen lassen virtuelle Realitäten entstehen. Immer mehr Autos fahren zumindest teilweise autonom. Zudem agieren im Kundenservice immer mehr Chatbots mit uns. Und in der Medizin? Bleibt hier alles beim Alten? Weit gefehlt! Die digitale Transformation mit ihren smarten IT-Innovationen löst auch hier weitreichende Veränderungen aus – mit vielversprechenden Mehrwerten.

3D-Druck

Prothesen aus dem Drucker? Was klingt wie Science-Fiction ist in einigen Bereichen längst Realität. Hörhilfen beispielsweise werden mittlerweile überwiegend per 3D-Druck hergestellt. Auch Orthesen bedienen sich dieses Produktionswegs. Auf diese Weise gelingt eine individualisierte Fertigung zum deutlich günstigeren Preis. Bioprinting heißt das Zauberwort. Forscher hoffen, dass sie in einigen Jahren mit dieser Methode auch ganze Organe erzeugen können. Erste Erfolge gibt es bereits.

Virtual Reality

Mediziner brauchen nicht nur theoretisches Wissen. Ihre Expertise ergibt sich insbesondere aus der praktischen Anwendung und den daraus gewonnenen Erfahrungswerten. Doch genau die fehlen vor allem den Nachwuchskräften. Virtual Reality (VR) schafft hier wirkungsvoll Abhilfe. Genauso wie Piloten im Flugsimulator ihre Fertigkeiten unter – annährend – realen Bedingungen trainieren, können auch Ärzte dank Virtual Reality direkt am – computergenerierten – Körper üben. Zudem ist es möglich, mittels spezieller Virtual-Reality-Headsets an Operationen live teilzunehmen. Auch für die Schulung von Pflegepersonal ist der Einsatz von VR-Tools denkbar und sinnvoll.

Intelligente Bilderkennung

Radiologen begutachten mitunter hunderte Röntgen- und Ultraschallaufnahmen am Tag, zum Beispiel auf der Suche nach Gewebsveränderungen. Doch diese Aufgabe ist mit zwei großen Herausforderungen verbunden:

  1. Minimale Unregelmäßigkeiten sind für das menschliche Auge oft noch gar nicht sichtbar.
  2. Nach mehreren Stunden lässt auch die Aufmerksamkeit des besten Radiologen nach.

Genau hier setzen intelligente Assistenten an. Sie überprüfen die vielfältigen Ergebnisse bildgebender Verfahren automatisiert und machen den zuständigen Arzt auf Abweichungen von der Norm aufmerksam.

Digitale Nerven

Mit Hilfe von Sensoren soll künstliche Haut wieder fühlen können. Die Sensoren senden Impulse an das Gehirn, die beispielsweise das Kälte- und Wärmeempfinden nachahmen. Aufgrund selbstlernender Algorithmen werden die Sensoren mit zunehmender Dauer immer präziser.

Smarter Verband

Es naht Entlastung für das Pflegepersonal – und zwar in der Wundversorgung. Wunden begutachten, ggf. mit dem Arzt Rücksprache halten, neu verbinden. Der smarte Verband übernimmt das künftig eigenständig. Sensoren machen es ihm möglich, die Wundheilung zu monitoren. Ein im Verband integriertes Medikamenten-Depot erlaubt zudem eine direkte Reaktion auf den Heilungsprozess: Bei Bedarf gibt der Verband nämlich automatisch die individuell benötigte Dosis an Medikamenten ab. Weniger Verbandswechsel bedeutet weniger Aufwand für Ärzte und Pfleger. Aber auch ein Mehr an Komfort für den Patienten. Außerdem sinkt auf diese Weise das Entzündungsrisiko signifikant. Damit ist der smarte Verband ein intelligentes IT-Tool, von dem alle Beteiligten profitieren.

nl/KWM

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