Mit Klinikessen punkten

Essen in der Klinik © OscarStock / Adobe.Stock.com

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Vegetarier, Veganer, bekennende Fleischesser, Menschen mit Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit: Sie alle haben freiwillig oder unfreiwillig bestimmte Vorstellungen, was auf ihren Teller kommt und was nicht. Darauf zu reagieren, scheint im Rahmen einer Gemeinschaftsverpflegung im Klinikalltag kaum umsetzbar. Fakt ist jedoch, dass das Essen im Krankenhaus, neben der medizinischen Versorgung, bei Patienten und Mitarbeitern heiß diskutiert wird und leider vielerorts für Frust statt Lust sorgt.

Auch wenn man nicht jedem Geschmack gerecht werden kann, so gibt es doch Kritikpunkte, die immer wieder angebracht werden und Wünsche, die sich umsetzen lassen. Das Health & Care Magazin hat im Sommer dieses Jahres eine Online-Umfrage zur Verpflegung und Klinikessen initiiert. Auch wenn die Teilnehmerzahl von rund 50 Personen überschaubar ist, lassen sich doch Tendenzen erkennen, was gutes Klinikessen ausmacht.

Wünsche

 

  • Ausgewogene und leicht verdauliche Speisen
  • Zutaten aus biologischen/regionalen Anbau/Zucht
  • Ansprechend angerichtet
  • Konsistenz: knusprig und knackig
  • Optional sollte immer ein vegetarisches Gericht angeboten werden

Kritik

 

  • Fertigprodukte
  • Liebloses Anrichten
  • Farbloses Geschirr
  • Ungesundes Essen
  • Fettige und schwer verdauliche Speisen
  • Zu wenig beziehungsweise zu stark gewürztes Essen
  • Zu große Portionen
  • Fast Food
  • Verkochtes Gemüse
  • Extreme wie zu viel Fleisch, zu süße Nachspeisen
  • Alte Backwaren vom Vortag
  • Gestreckte Suppen
  • Geschmacksverstärker
  • Dem Gesundheitszustand nicht angepasstes Essen.

Das sollte nicht auf den Teller

Mettwurst, Harzer und Limburger Käse sowie Räucherfisch sind nicht empfehlenswert. Rotschmierkäse und ungekochter Fisch können wie Rohwürste, Feinkostsalate und Tiefkühlbeeren leicht mit Keimen wie Listerien, E.coli oder Salmonellen belastet sein. Sie können damit kranken oder alten Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem schaden – häufig durch Brechdurchfall. Darauf wies das Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in dieser Woche nochmals hin. In einer Untersuchung hatte das BVL 2017 bundesweit die Speisepläne von 1880 Kliniken und Pflegeheimen unter die Lupe genommen: Demnach verzichtete nur jede zehnte kontrollierte Einrichtung bei der Essensversorgung bewusst auf solche Risiko-Lebensmittel.

Essen ist Teil der Therapie und ein Zeichen der Wertschätzung

Diese Wünsche und Kritikpunkte sind sehr konkret und sicher auch ohne einen großen Mehraufwand und eine immense Kostensteigerung möglich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass eine gesunde Ernährung die Behandlung der Patienten unterstützt und gutes Essen ein Zeichen der Wertschätzung ist – auch gegenüber den Mitarbeitern. Der Imagefaktor der Verpflegung in der Klinik ist daher nicht zu unterschätzen.

Quellen:
Ergebnisse der HCM-Online-Umfrage: Was macht gutes Krankenhaus-/Pflegeheimessen aus? www.hcm-magazin.de vom 2.11.2018
Damit das Essen gut ankommt Einmal frisch, gesund, lecker, bio, leicht, …, bitte! www.hcm-magazin.de vom 2.11.2018
Bundesbehörde kritisiert: Essen in Kliniken und Heimen birgt unnötige Risiken, Ärzte Zeitung online vom 6.12.2018

cp/KWM
Bildquelle: © OscarStock / Adobe.Stock.com

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