Mit Wissensplattformen ist medizinisches Know-how immer griffbereit

Fragender Mediziner © Aaron Amat/ Adobe.Stock.com

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Ob Blinddarmentfernung oder Kaiserschnitt – bei chirurgischen Eingriffen müssen alle Prozesse nahtlos ineinandergreifen. Vom Anästhesisten bis zum Pfleger, vom Facharzt bis zum Physiotherapeuten: Sie alle kennen ihre Rolle und können das erforderliche Wissen sowie jeden notwendigen Handgriff automatisch abrufen. Schließlich ist das für sie Routine. Was aber, wenn ein neuer Kollege ins Team kommt, ein junger Arzt praktische Erfahrungen sammeln soll oder es sich um einen seltenen Eingriff handelt, bei dem Komplikationen zu erwarten sind? Dann werden gewohnte Abläufe hinterfragt und wird Wissen noch einmal abgesichert. „Wie verhalte ich mich, wenn …?“, steht als zentrale Frage im Raum. Fundiertes Wissen, bedarfsorientiert abrufbar, kann in solchen Situationen wertvolle Zeit sparen und Know-how dort bereitstellen, wo es gebraucht wird. Im OP zum Beispiel. Oder in der Notaufnahme.

Wissensbedarf entsteht situationsgebunden

Medizinisches Fachwissen ist gut aufbereitet immer und überall verfügbar: in Büchern, in Zeitschriften und in Datenbanken. Am Schreibtisch oder im Lesesessel lassen sich neueste Erkenntnisse bequem nachschlagen und selbst im Vorgespräch mit einem Patienten helfen ein paar Klicks am PC oder der Griff ins Regal, um Zusammenhänge noch einmal zu vertiefen oder gängige Behandlungsmethoden zu diskutieren. Aber in der konkreten Situation? Da sind gerade Mediziner häufig auf sich allein gestellt: In der Notaufnahme gibt es keine Vorbereitungszeit. Und auch nicht im OP. Hier muss der Chirurg ad hoc reagieren. Auch und gerade dann, wenn ein Eingriff nicht planmäßig verläuft.

Fach- und Patientenwissen zeit- und ortsunabhängig abrufen

Ärzte fühlen sich mit dieser großen Verantwortung zunehmend überfordert. Stress, Überstunden und steigende Patientenzahlen erhöhen den Druck weiter. Damit wächst jedoch auch die Fehleranfälligkeit. Und wer Fehler macht, wird unsicher. Ein Teufelskreis. Dieser lässt sich aber mit leicht zugänglichem Wissen recht einfach durchbrechen. Ein Wissenscockpit im OP beispielsweise ist ein erster, wichtiger Schritt, um Wissen dort zu Verfügung zu stellen, wo es am dringendsten gebraucht wird. Dabei kann es sich um Fachwissen ebenso handeln wie um Patientenwissen. Oft ist es eine Mischung aus beidem, die zielführend ist. Auf diese Weise lassen sich mögliche Vorgehensweisen mit der Patientenhistorie – den Vorerkrankungen, möglichen Unverträglichkeiten et cetera – abgleichen, um die individuell beste Lösung zu finden.

Smarte Wissensnutzung im Internet der Dinge

Wissensplattformen mit digitalem – also zeit- und ortsunabhängigem – Zugriff können also die Wissensbereitstellung im Krankenhaus innovieren. Im Zusammenspiel mit dem Internet der Dinge sind die Möglichkeiten aber noch weitaus größer. Wer operiert, hat keine Hand frei, um Wissen abzurufen, ohne dabei wertvolle Zeit zu verlieren. Eine Alternative bieten Datenbrillen, die Informationen direkt ins Sichtfeld des Chirurgen einblenden. Über Augmented Reality ist es sogar möglich, theoretisches Wissen beziehungsweise Handlungsanweisungen mit der tatsächlichen Situation zu verknüpfen. Statt der Beschreibung, wo ein Schnitt angesetzt werden muss, sieht der Mediziner die Schnittführung in der gegenwärtigen Situation: also simuliert am vor ihm liegenden Körper.

Einfacher Wissenszugang bietet Mehrwerte für Ärzte und Patienten

Auch in solchen Fällen liegt die Verantwortung natürlich beim Arzt. Das ist Teil seiner Profession. Aber er erhält kompetente Beratung, die hilft, kleinere Unsicherheiten zu überbrücken oder ungewohnte Situationen zu meistern. So ist es möglich, medizinische Erfahrung mit neuestem Fachwissen zu verbinden – und ärztliches Personal bestmöglich zu unterstützen. Und davon profitiert schlussendlich auch der Patient.

nl/KWM
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