Mobbing im OP belastet Mitarbeiter und gefährdet Patientensicherheit

Mobbing © alisseja/Adobe.Stock.com

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Das zu Beginn des Jahres erschienene OP-Barometer offenbarte nicht nur, dass sich viele Mitarbeiter nicht in der eigenen Klinik operieren lassen würden (wir berichteten). Die Befragung ergab auch, dass sich rund 38 Prozent der Beschäftigten in der täglichen Arbeit mit dem Thema Mobbing konfrontiert sehen. Professor Thomas Busse, Leiter der Studie, sieht die Führungskräfte in der Pflicht, die bestehenden Probleme im OP anzugehen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Die Schwester Der Pfleger“ gibt er konkrete Tipps, wie das Problem angegangen werden kann.

Gibt es ein Problem?

Angesichts der veröffentlichten Studiendaten sollten sich Klinikverantwortliche fragen, ob Mobbing auch in ihren Operationssälen zum Alltag gehört. Mittels einer anonymen Befragung unter allen dort arbeitenden Berufsgruppen können sich die Verantwortlichen ein Bild der Lage verschaffen. Gerade im sensiblen OP-Bereich sollten alle Berufsgruppen konzentriert und im Team zusammenarbeiten, um das Wohl des Patienten nicht zu gefährden.

Wenn ja, dann hilft nur ein offener Umgang damit!

Zeichnet sich ab, das Mobbing ein relevantes Problem darstellt, sieht Busse die oberste Führung der Klinik in der Pflicht, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. In einem offenen Gespräch mit leitenden Führungskräften sollte eine Gegenstrategie entwickelt werden. Dazu gehört auch, dass seitens der Klinikleitung klar definiert wird, welche Handlungen als Mobbing bewertet werden. Die leitenden Vorgesetzten wie Chefarzt oder Pflegedienstleitung kommunizieren die Ergebnisse dann direkt an ihre Mitarbeiter. Sie sollten sie für das Thema sensibilisieren und die Vorstellungen über einen respektvollen Umgang miteinander als für alle bindend transportieren.

Mobbing vorbeugen

Um vorhandene Konflikte gar nicht erst in Mobbing-Aktivitäten abgleiten zu lassen, empfiehlt Thomas Busse zudem, eine neutrale Anlaufstelle zu installieren. In dieser können vorhandene Konflikte, zum Beispiel zwischen einzelnen Personen, besprochen und eventuell auch gelöst werden. Entscheidend ist bei dieser Anlaufstelle, dass sie auf Bitten einer Konfliktpartei angerufen werden kann und die andere Konfliktpartei sich verpflichtend dem Konfliktgespräch stellen muss.

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Lore Wehner, Theo Brinek und Michael Herdlitzka:
Kreatives Konfliktmanagement im Gesundheits- und Krankenpflegebereich
Gesunde ZwischenMenschlichkeit
Springer Verlag 2010

 

 

Zum Thema Mobbing lesen Sie auch hier im Blog:
Keine Seltenheit: Mobbing in der Klinik

Quelle:
5 Schritte gegen Mobbing im OP, BibliomedPflege online am 30.5.2018

cp/KWM
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