Motivation in schwierigen Zeiten

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Digitalisierungsdruck, Fachkräftemangel und Covid-19-Pandemie: Kliniken befinden sich ohne Zweifel in einer Ausnahmesituation. Es fehlt an Geld, Zeit und personellen Ressourcen. Statt Perspektiven und Lösungsstrategien zu entwickeln, geht es seit mehr als einem Jahr vor allem darum, das Personal zum Durchhalten zu motivieren. Krankenhäusern, die bereits im Vorfeld begonnen haben, eine gelebte Wissenskultur zu etablieren, gelingt diese Herausforderung in der Regel wesentlich besser als traditionellen Top-down-Organisationen mit strikter hierarchischer Trennung der Mitarbeitergruppen.

Was hat Wissensmanagement mit Motivation zu tun?

Wissensmanagement fokussiert auf den bewussten Umgang mit Daten, Informationen und Wissen. Es definiert unter anderem, welches Know-how an welcher Stelle im Klinikprozess benötigt wird. Es sorgt dafür, dass Wissensbausteine so abgelegt werden, dass die Mitarbeiter sie bei Bedarf auf Knopfdruck wiederfinden können. Und zwar idealerweise unabhängig von Ort, Zeit und Endgerät. Wissensmanagement ist darüber hinaus – zusammen mit der Personalabteilung – dafür verantwortlich, dass sich alle Mitarbeiter stärkenorientiert weiterbilden können und der generierte Wissenszuwachs auch den anderen Beschäftigten und der gesamten Organisation zu Teil wird.

Aber genau bei diesen Aspekten hakt es in vielen Kliniken: So ist notwendiges Wissen mitunter gar nicht vorhanden. Oder relevante Informationen sind nicht auffindbar. Zumindest nicht ohne größeren Suchaufwand. Auch IT-Tools fehlen, zum Beispiel um auf Wissen zuzugreifen, sich mit Kollegen auszutauschen oder Daten schnell und einfach zu übermitteln. All diese Aspekte bedeuten für die Beschäftigten einen unnötigen Mehraufwand. Sie werden in ihrem Arbeitsfluss immer und immer wieder unterbrochen. Das führt erst zu Frustration, dann zur Demotivation und kann schlimmstenfalls in der inneren oder tatsächlichen Kündigung enden.

Wissenskultur gibt Sicherheit

Doch Wissensmanagement gelingt nur auf Basis einer gelebten Wissenskultur. Dazu gehören

  • konstruktive Feedbackprozesse,
  • transparente Entscheidungswege,
  • Kommunikation auf Augenhöhe,
  • ein wertschätzendes Miteinander, auch über mehrere Hierarchien hinweg,
  • sowie eine Fehlerkultur, in der Fehler als Lernquellen gelten.

Gerade in schwierigen Zeiten ist ein solches Fundament für das Miteinander in der Organisation überlebenswichtig.

  • Weil es Grundsatzdiskussionen vorbeugt.
  • Weil Bedenken und Sorgen sofort angesprochen und mit den richtigen Gegenmaßnahmen aus dem Weg geräumt werden können.
  • Weil Vertrauen herrscht – kein Misstrauen.
  • Weil jeder über alle relevanten Entscheidungen Bescheid weiß.
  • Weil niemand mit unvorhersehbaren Kehrtwendungen rechnen muss.
  • Und weil jeder weiß, wie wichtig seine Rolle für die Gesamtorganisation ist und dass diese Rolle von allen anerkannt und wertgeschätzt wird.

 

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