Multimedia am Krankenbett: Daten sammeln, auswerten und nutzen

Multimedia im Krankenhaus © Syda Productions – Fotolia.com

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Im Internet surfen, Online-Banking nutzen und via Facebook oder SMS mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben – früher war das im stationären Betrieb undenkbar. Heute wird Multimedia am Krankenbett in immer mehr Kliniken Realität. Bisher steht dabei allerdings die Unterhaltung der Patienten im Vordergrund. Über intelligente Schnittstellen können solche Infotainment-Terminals aber noch viel mehr – nämlich das Personal entlasten und Prozesse optimieren.

Infotainment erhöht die Patientenzufriedenheit

Die Zeiten, in denen man sich mit seinem Bettnachbarn auf ein Fernsehprogramm einigen muss, gehören mittlerweile der Vergangenheit an. In den meisten Kliniken kann jeder Patient auf seinen ganz eigenen Bildschirm zugreifen – und sich dort sein individuellen Unterhaltungsprogramm zusammenstellen: Ob Online-Zeitungen, Video-on-Demand oder Computerspiele, über einen Touchscreen stehen die vielfältigsten Angebote zur Wahl. Auch die Kommunikation funktioniert auf diese Weise: Entweder man nutzt die einschlägigen Socia-Media-Kanäle oder schreibt klassisch eine SMS – und das trotz Handyverbot auf der Station. So sind Patienten nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten, sondern können – zumindest virtuell – weiterhin an der Außenwelt partizipieren. Der Langeweile wird damit ein Riegel vorgeschoben. Den Patienten freut’s, die Klinik ebenfalls. Denn das Unterhaltungsangebot steigert nachweislich die Patientenzufriedenheit.

Bessere Pflegeleistungen dank effizienter Kommunikation

Doch solche Care-Terminals lassen sich auch deutlich über das Infotainment hinaus nutzen. Beispielsweise können Patienten über den Bildschirm ihre Essensbestellungen aufgeben. Oder mit der Stationsschwester kommunizieren. Bislang drücken Patienten dafür häufig noch einheitlich den Notrufknopf, egal ob sie lediglich eine Vase für ihre Blumen benötigen, nur das Fenster geöffnet haben wollen – oder tatsächlich Beschwerden haben, die eine dringende und prompte Reaktion erfordern. Für den Ernstfall bliebe der Notruf weiterhin aktiv. Alle anderen Wünsche, Bitten und Bedürfnisse ließen sich über das Terminal steuern. So kann das Pflegepersonal seine Arbeit besser priorisieren – und ist bei Bedarf dennoch sofort zur Stelle.

Patientendaten auf Knopfdruck

Zudem profitieren die Ärzte. Nämlich dann, wenn die Systeme IP-basiert arbeiten und sich so in die IT-Landschaft des Krankenhauses einbetten lassen. Auf diese Weise wird es beispielsweise möglich, über das Terminal auf die Patienteninformationen im KIS zuzugreifen. So kann der verantwortliche Arzt bei der Visite mit nur wenigen Klicks die aktuellen Röntgenbilder aufrufen oder sich die Laborwerte anzeigen lassen. Umgekehrt ist es möglich, mit dem Dienst-Tablet ein Foto von der Wundheilung zu machen. Das Bild wird automatisch im KIS gespeichert – und ist über den Touchscreen am Krankenbett direkt mit den Aufnahmen der Vortage vergleichbar.

Auch die richtige Medikation lässt sich auf diese Weise hinterlegen und abrufen: Wird bei der Visite beispielsweise die Dosierung angepasst, greift das Pflegepersonal vor der nächsten Medikamentengabe über den Touchscreen direkt auf die aktualisierten Daten zu. Der Patient kann sich zudem über mögliche Nebenwirkungen informieren und eventuelle Beschwerden direkt ins System eingeben. Das wiederum sieht das Krankenhausteam und kann entscheiden, inwieweit Anpassungen erforderlich sind.

Wissensmanagement am Krankenbett

Multimedia am Krankenbett kann viel mehr, als nur Zerstreuung zu bieten. Dank Echtzeitzugriff liefert es allen Beteiligten einen echten Mehrwert: Die Pfleger können individueller reagieren, die Ärzte haben alle Daten stets parat und die Patienten bekommen die Möglichkeit, ihre Anliegen punktgenau zu kommunizieren. Im Sinne der Prozessoptimierung und Kosteneffizienz ist das auch ein wichtiger Bestandteil des klinikweiten Wissensmanagements.

nl/KWM
Bildquelle: © Syda Productions – Fotolia.com

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