Nachhaltige Beschaffung: Grün, digital und mit sozialer Verantwortung

Können Kliniken CO2-neutral wirtschaften? Kann der Einkauf einen Beitrag zum Klimawandel leisten? Und inwiefern fungiert die Beschaffung als strategischer Chancenrealisierer? Das Netzwerk „Zukunft Krankenhaus-Einkauf“ (ZUKE) hat sich den nachhaltigen Einkauf im gesamten Gesundheitswesen auf die Fahnen geschrieben. Mit einer starken Community will es den Einkauf bis zum Jahr 2030 flächendeckend zum zentralen Wertschöpfungspartner machen.

Nachhaltigkeit ist eine Frage des „richtigen“ Einkaufs

Klimawandel findet auch im Health Sector statt. Immerhin trägt das Gesundheitswesen laut ZUKE mit 4,4 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Vor allem die Kliniken sind dabei federführend: „Ein Krankenhausbett hat ungefähr den Energiebedarf eines Doppelhauses“, erläutert die Zukunft Krankenhaus-Einkauf. Um die Treibhausemmissionen zu senken und einen Teil zur Umsetzung des Klimaschutzgesetztes beizutragen, müssen folglich auch Krankenhäuser Klimaneutralität anstreben. Das gilt umso mehr, da sie im 24/7-Betrieb agieren und der Ausstoß damit kontinuierlich auf einem hohen Level stattfindet.
Emissionen entstehen dabei an vielen Stellen. Federführend und damit lenkend sind aber die Lieferketten. Wo wird eingekauft? Welche Wege müssen zurückgelegt werden? Wie steht es um Kühlung und Lagerung? Mit Augenmerk auf diese zentralen Fragen kommt der Beschaffung eine zentrale Bedeutung beim Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit zu. Laut „Zukunft Krankenhaus-Einkauf“ kann die Beschaffung bis zu 70 Prozent der Krankenhausemissionen beeinflussen.

Soziale, ökologische und ökonomische Einkaufsaspekte

Um Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen Kliniken in ihren Lieferketten drei Dimensionen berücksichtigen:

  • soziale Aspekte (Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsbedingungen etc.),
  • ökologische Aspekte (Materialverbrauch, Abfall etc.)
  • und ökonomische Aspekte (Preisgefüge, Qualitätsmanagement etc.).

In diesem Kontext spielt auch die Sorgfaltspflicht eine wichtige Rolle: Laut Lieferkettengesetz müssen Kliniken mit mehr als 3.000 Mitarbeitern bereits ab 2023 für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards bei der Beschaffung einstehen. Kleinere Häuser haben dafür ein Jahr mehr Zeit. Wie die Umsetzung konkret aussehen kann, darüber tauschen sich die Mitglieder von „Zukunft Krankenhaus-Einkauf“ aus. Sie informieren sich, erstellen Best Practices und teilen ihr Wissen bei Veranstaltungen. So genannte Nachhaltigkeitsbotschafter fungieren als Multiplikatoren und tragen die neuesten Erkenntnisse in die Community und darüber hinaus.

Mehr Nachhaltigkeit dank Digitalisierung

Während ZUKE Green auf die Nachhaltigkeitsaspekte in der Beschaffung fokussiert, beschäftigt sich die zweite Marke von „Zukunft Krankenhaus-Einkauf“ mit der Digitalisierung der Supply Chain. Unter dem Label ZUKE Digital trägt die Community Wissen rund um den digitalen Wandel zusammen, vernetzt Anwender und Anbieter und trägt dazu bei, Transparenz im Informationsdschungel zu schaffen. Denn Nachhaltigkeit ist immer auch eine Frage der Digitalisierung. Richtig angepackt hat sie das Potenzial, Prozesse zu beschleunigen, Ressourcen zu schonen und Kosten zu reduzieren.

Mehr Infos zur „Zukunft Krankenhaus-Einkauf: www.zukunft-krankenhaus-einkauf.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.