Notaufnahmen in Deutschland profitieren von guter Primärversorgung

Notaufnahme © Thomas Möller – Thieme Verlagsgruppe

© Thomas Möller – Thieme Verlagsgruppe

Überfüllte Notaufnahmen sind immer wieder ein Thema in gesundheitspolitischen Debatten. Auch hier im Blog haben wir schon darüber berichtet, dass viele Patienten in der Notaufnahme eines Krankenhauses fehl am Platz sind. Laut einer Studie der Royal Philips und der George Washington University School of Medicine & Health Sciences geht es in Deutschlands Kliniken jedoch vergleichsweise ruhig zu.

Für ihre Untersuchung nahmen die Wissenschaftler die Akutversorgung in Australien, Deutschland, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz, UK und den USA unter die Lupe. Mit 22 Prozent stellen sich in Deutschland und Australien im Vergleich die wenigsten Patienten in der Notaufnahme vor. Kanada hat mit 41 Prozent die „vollsten“ Notaufnahmen, gefolgt von den USA mit 39 Prozent. Danach kommen die Schweiz mit 32 Prozent und UK mit 27 Prozent. 24 Prozent sind es in den Niederlanden.

Trotz mehr älterer Patienten weniger volle Notaufnahmen

In der Regel korreliert der Bedarf an Gesundheitsleistungen und damit auch die Auslastung der Notaufnahmen mit dem Anteil an älteren Patienten in der Bevölkerung. Der ist in Deutschland im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern am höchsten. Warum aber kommen vergleichsweise wenige Patienten in die Klinik?

Bessere Verfügbarkeit niedergelassener Ärzte in Deutschland

Die Forscher sehen den Grund in der guten Erstversorgung durch die ärztlichen Praxen in Deutschland. Während 41 Prozent der Kanadier und 48 Prozent der US-Amerikaner am selben oder nächsten Tag einen Termin bei einem Arzt erhalten, wenn sie Hilfe brauchen, sind es in Deutschland 76 Prozent der Patienten. Auch die Ärztedichte ist trotz immer wieder diskutiertem Fachkräftemangel vergleichsweise hoch: Kommen in Kanada und in den USA 2,46 beziehungsweise 2,56 Ärzte auf 1.000 Einwohner, sind es hierzulande 4,04.

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Quellen:
Globale Studie: Deutschland hat den besten Zugang zur Primärversorgung; kma online, 18.10.2017

cp/KWM
Bildquelle: © Thomas Möller – Thieme Verlagsgruppe

 

 

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