Onboarding von ausländischen Pflegekräften – eine wissensintensive Herausforderung

Onboarding im Gesundheitswesen

© Frohberg GmbH

Der Fachkräftemangel macht sich im Pflegebereich besonders stark bemerkbar. Laut Statistischem Bundesamt fehlen aktuell etwa 145.000 Beschäftigte im ambulanten und 230.00 Arbeitnehmer im stationären Bereich – und damit insgesamt rund 375.000 Pfleger. Bis zum Jahr 2035 wird sich diese Zahl noch deutlich erhöhen, auf schätzungsweise eine halbe Million.[1] Kliniken suchen daher händeringend nach neuen Mitarbeitern, zunehmend auch innerhalb der EU und darüber hinaus. Doch die Herausforderungen sind oft komplex: Neben der Anerkennung ausländischer Abschlüsse gilt vor allem das nachhaltige Onboarding als wichtiger Erfolgsfaktor. Kommen die Fachkräfte nämlich nicht zeitnah im Team an, scheiden sie häufig schnell wieder aus der Organisation aus. Spezielle E-Learnings für Pflegekräfte aus dem Ausland setzen genau hier an – und vermitteln neuem Personal das fachliche und vor allem das sprachliche Know-how, um schnell produktiv arbeiten und mit Kollegen & Patienten kommunizieren zu können.

Onboarding als entscheidender Erfolgsfaktor für die Mitarbeiterbindung

Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern liegt der Fokus häufig auf dem reinen Recruiting. Doch das greift zu kurz. Der Wandel weg vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt hat unter anderem dafür gesorgt, dass die Probezeit nicht mehr (nur) als Testlauf für das neue Personal gilt. Stattdessen prüfen auch die frisch eingestellten Fachkräfte während der ersten Wochen und Monate ihren Arbeitgeber auf Herz und Nieren. Die zentrale Frage lautet dabei, ob die Organisation tatsächlich halten kann, was sie in der Bewerbungsphase versprochen hat: Aufgabenspektrum, Wertekanon, Zusammenarbeit, Wissenskultur und ähnliche Aspekte müssen die Erwartungen der neuen Mitarbeiter erfüllen. Krankenhäuser sollten sich also gut vorbereiten, wenn ein neue Pflegekraft ihren ersten Tag antritt. Schließlich ist geschultes Personal heiß begehrt – und kann sich den Arbeitgeber weitgehend frei aussuchen.

In der Praxis wird gerade dem Onboarding aber oftmals viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Und zwar nicht nur im Gesundheitswesen. So ist bei mehr als einem Drittel der neu eingestellten Mitarbeiter der Arbeitsplatz am ersten Tag noch gar nicht eingerichtet. Und Onboarding-Gespräche finden durchschnittlich nur bei jedem zweiten Beschäftigten statt.[2] Ein solches „Willkommen“ ist schon für hiesiges Personal ein herber Rückschlag auf dem Weg zum etablierten Mitarbeiter. Besonders schwierig aber gestaltet sich unzureichendes Onboarding für ausländische Fachkräfte, die sich nicht nur in der neuen Klinikorganisation zurechtfinden, sondern auch Sprache und Kultur erst kennen lernen müssen.

Mehr ausländische Pflegekräfte: Die Chance mit effizientem Onboarding ergreifen

Die Zahl der in Deutschland anerkannten ausländischen Abschlüsse steigt: Im Jahr 2019 waren bereits 15.500 Abschlüsse akzeptiert. Zum Vergleich: Drei Jahre zuvor lag der Wert bei lediglich 5.600. Die meisten ausländischen Pflegekräfte kommen dabei aus der EU, aber auch von den Philippinen, aus Bosnien und Herzegowina oder aus Albanien.[3] Sie alle kennen ihr Aufgabengebiet und haben oftmals jahrelang in ihrem Beruf gearbeitet – und dennoch ist hierzulande vieles anders. Für ausländische Pflegekräfte ergeben sich dadurch Herausforderungen in insgesamt sieben Bereichen:

  1. Auch wenn sie bereits Deutsch sprechen, müssen sie erst das pflegerische Fachvokabular erlernen.
  2. Sie benötigen Wissen über typisch deutsches Verhalten, um sich schneller ins Team integrieren zu können.
  3. Sie müssen den Pflegebedarf von Patienten richtig beurteilen können.
  4. Sie sollten sich mit den verschiedenen Transfers auskennen, um Pflegeempfänger zu unterstützen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
  5. Sie benötigen Know-how rund m Essen, Trinken und Ausscheidung.
  6. Sie müssen ihren individuellen Pflegealltag so organisieren, dass sie sowohl den Patienten als auch sich selbst gerecht werden. Stichwort: Stress & Burnout.
  7. Sie brauchen – gerade in Pandemiezeiten – fundiertes Hygienewissen, um sich selbst und die Pflegeempfänger zu schützen.

Dieses Wissen gilt es, im Rahmen des Onboardings am besten schon vor dem ersten Arbeitstag zu vermitteln. Idealerweise in Form von E-Learnings und in der Muttersprache der neuen Pflegekraft. Spezielle Lern-Apps, wie „DiCognita – das E-Learning für Pflegekräfte aus dem Ausland“ können genau das leisten. Sie stellen das erforderliche Know-how in insgesamt 16 Sprachen bedarfsgerecht und multimedial aufbereitet zur Verfügung, so dass ausländische Pflegekräfte sich das Wissen in ihrem ganz eigenen Lerntempo aneignen können. So sind sie am ersten Arbeitstag bereits bestens vorbereitet, um mit Patienten und Kollegen ins Gespräch zu kommen und langfristige Beziehungen aufzubauen.

>> Jetzt kennen lernen: DiCognita – das E-Learning für Pflegekräfte aus dem Ausland


[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/172651/umfrage/bedarf-an-pflegekraeften-2025/

[2] https://www.metahr.de/wp-content/uploads/Candidate_Journey_Studie_2017.pdf

[3] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/08/PD20_327_212.html

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