Open Innovation: Externes Wissen für neue Services nutzen

Open Innovation © Coloures-Pic/ Adobe.Stock.com

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Kliniken stehen unter enormem Innovationsdruck. Sie müssen sich in weiten Teilen ganz neu erfinden, um den bevorstehenden Herausforderungen auf Augenhöhe begegnen zu können. Adäquate Antworten auf die drängendsten Fragen im Krankenhausbetrieb bietet das Wissensmanagement: Demografischer Wandel bedarf Wissenssicherung. Der War for Talents erfordert Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, zum Recruiting und zum Employer Branding. Der wachsende Kostendruck lässt sich unter anderem mit Prozessoptimierungen entschärfen. Und der zunehmende Wettbewerb? Hier macht insbesondere Qualität den Unterschied. Aber auch innovative Dienstleistungsangebote können helfen, den Cashflow zu verbessern und die Patientenzahlen zu erhöhen. Der Weg dorthin führt über Open Innovation.

Innovationen entstehen nicht auf Knopfdruck

Was können wir besser machen? Welche Services können wir kreieren, um für Patienten attraktiver zu werden? Diese und ähnliche Fragen treiben Klinikmanager um. Sie sind gefordert, mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Mindestens. Im Idealfall wechseln sie gleich auf die Überholspur. Oft ist es nur die eine zündende Idee, die den Unterschied macht – und darüber entscheidet, ob man die anderen übertrumpft oder auf dem Standstreifen bleibt. Allerdings lassen sich Ideen nicht auf Knopfdruck generieren und Innovationen nur schwer planen. Bestes Beispiel ist der Erfinder Thomas A. Edison. Nach 1.000 erfolglosen Versuchen, eine Glühbirne zu entwickeln, konstatierte er: „Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1.000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“ Innovationsmanagement ist folglich harte Arbeit. Arbeit, die sich aber auszahlt. Siehe das Glühbirnenbeispiel.

Externes Wissen anzapfen

Nun haben Kliniken weder das Geld noch die Zeit, mehr als 1.000 Services auszuprobieren, um ein neues Angebot für ihre Patienten zu finden. Aber sie haben die Möglichkeit, die vielen potenziellen Ideenträger, die am täglichen Klinikgeschehen beteiligt sind, in diesen Prozess einzubinden, um ihn so schneller und vor allem erfolgreicher zu gestalten. Genau diese Idee verfolgt Open Innovation. In der Wirtschaft hat sich das Konzept längst durchgesetzt: Unternehmen öffnen sich nach außen, um vom Kreativitätspotenzial und vom Wissen externer Partner zu profitieren. Sie organisieren Fokusgruppen, befragen Lieferanten oder beziehen Hochschulen mit ein – und erhalten so einen unverstellten Blick auf Wünsche und Bedürfnisse, Möglichkeiten und Chancen. Ein Modell, das auch Krankenhäuser für sich adaptieren können.

Kliniken sind prädestiniert für Open Innovation

Kaum eine andere Organisation verbringt so viel Zeit mit ihren „Kunden“ wie Kliniken. Während sich der Kundenkontakt im Einzelhandel auf wenige Minuten und im Online-Bereich sogar nur auf einige Klicks beschränkt, sind Patienten tagelang vor Ort. Das bietet die einzigartige Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Oder sie im Nachgang zu befragen. Und zwar nicht nur zur Zufriedenheit, sondern auch zu ihren Ideen und Wünschen. Was ist ihnen aufgefallen? Was lässt sich besser oder anders machen? Auch Patientenorganisationen können wertvolle Impulse liefern. Oder Lieferanten.

Externe Impulse sind erst der Anfang

Allerdings ist es mit dem Befragen nicht getan. Vielmehr muss das Anzapfen externen Wissens kontinuierlich und zielgerichtet erfolgen. Und es bedarf einer konsequenten Aus- und Bewertung des gewonnenen Know-hows. Vielversprechende Ansätze müssen dann weiterverfolgt beziehungsweise vertieft werden. Was ist umsetzbar? Wie kann eine Realisierung aussehen? Häufig bedarf es dafür der Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, beispielsweise Forschungseinrichtungen oder Hochschulen. Auch die Industrie gehört mitunter mit an den Tisch. Pharma- und Medizintechniker können das technisch Mögliche beurteilen, Krankenkassen und Versicherungen den Finanzspielraum ausloten.

Wissen zum Nulltarif

Open Innovation öffnet interne Innovationsprozesse nach außen – im Gegenzug erhält man dafür externes Wissen. Zum Nulltarif. Hätte Thomas A. Edison diesen Weg eingeschlagen, wären vermutlich keine über 1.000 Versuche notwendig geworden, um die Glühbirne zu entwickeln. Aber er hätte den Erfolg mit anderen Stakeholdern teilen müssen. Ein Kompromiss, der für Edison nicht infrage kam – für Kliniken mit ihrem hohen Zeit- und Kostendruck jedoch zu genau denjenigen Lösungen, Produkten und Dienstleistungen führen kann, die sie angesichts ihrer angespannten Lage dringend benötigen.

nl/KWM
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