Patientenaufklärung für Kinder: Uniklinikum Jena entwickelt Comic

Comic zur Patientenaufklärung © Martina Grimm/UKJ

Äffchen Manchu – ein besonderer Comic © Martina Grimm/UKJ

Für Patienten, insbesondere für Kinder, ist ein Klinikaufenthalt eine Ausnahmesituation. Gerade vor Operationen ist die Verunsicherung bei den kleinen Patienten groß. Die Angst wächst und sie möchten sich nicht von ihren Eltern trennen. Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) haben sich Kinderanästhesiologen mit dem Thema beschäftigt und gemeinsam mit einer Illustratorin einen Aufklärungscomic entwickelt, der alle notwendigen Abläufe und Mitarbeiter am Klinikum vorstellt, Fachbegriffe klärt und die häufigsten Fragen beantwortet.

Angst reduzieren und Behandlungsqualität steigern

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Angst bei Kindern das Ergebnis der Operation beeinflusst. Neben starken Schmerzen und einer längeren Verweildauer können auch Schlafstörungen und Einnässen folgen. „Unter anderem eine gute Aufklärung vor dem Eingriff kann Vertrauen schaffen und Angst reduzieren. Deshalb wollten wir dafür ein kindgerechtes Medium entwickeln, das zudem an die Spezifika des UKJ angepasst ist“, so Dr. Claudia Thomas, Fachärztin an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKJ. „Ein Comic bedient ein sehr großes Altersspektrum vom Kleinkind bis hin zum Jugendlichen. Außerdem können wir damit auch gleichzeitig die Eltern aufklären.“ Vier Jahre nach Projektstart konnten die Jenaer Anästhesiologen im Januar 2018 die ersten Kinder mit dem Comic vorbereiten. „Er erleichtert die Aufklärung enorm. Das bestätigen nicht nur unsere Kollegen. Auch von Eltern und Kindern erhalten wir sehr positive Rückmeldungen“, so Dr. Anne Schirrmeister, Assistenzärztin an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKJ.

Studie überprüft Wirksamkeit des Comics

„Um zu erkennen, ob sich die Intensität der Angst durch den Comic verändert, beobachten wir das Verhalten der Kinder, die mit dem Comic aufgeklärt wurden, und vergleichen es mit dem Verhalten der auf herkömmliche Weise aufgeklärten Kinder“, so Rebecca Rädel, Studentin der Humanmedizin. Darüber hinaus befragt sie Eltern und Kinder nach dem Eingriff nach möglichen Schmerzen. Die Befragung findet im Rahmen des Projektes QUIPSInfant statt, bei dem seit 2011 am UKJ und an 14 weiteren Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Daten zur Schmerzwahrnehmung bei Kindern gesammelt und ausgewertet werden. Ende Oktober 2018 soll die Studie am UKJ abgeschlossen sein.

Die Verantwortlichen sind optimistisch, den Comic dauerhaft zu nutzen und haben bereits weitere Ideen: So soll Äffchen Manchu als Vertrauensobjekt die Kinder zum Beispiel in Form einer Handpuppe über den gesamten Klinikaufenthalt begleiten. Auch eine an den Comic angepasste Raumgestaltung in Ambulanz, Schleuse oder Aufwachraum gehört zu den Überlegungen.

Quelle:
Comic-Äffchen Manchu nimmt Kinder an die Hand, Pressemeldung des Universitätsklinikums Jena (UKJ) vom 14.8.2018

cp/KWM
Bildquelle: © Martina Grimm/UKJ

 

 

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