Persönliches Wissensmanagement: Eigenes und organisationales Wissen im Griff

Persönliches Wissensmanagement ist eine wichtige Facette des Selbstmanagements – mit dem Ziel, die eigenen Wissensbestände bestmöglich zu organisieren und erforderliche Lernprozesse eigenständig voranzutreiben. Gerade im Kontext des lebenslangen Lernens, dem im Gesundheitssektor mit seinen permanent neuen Erkenntnissen und Fortschritten eine besonders große Bedeutung zukommt, ist persönliches Wissensmanagement für die eigene Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich.

Mitarbeiter in der Pflicht

Keine Zeit, zu wenig Unterstützung: Dass lebenslanges Lernen unerlässlich ist, haben die meisten Beschäftigten verinnerlicht. Und sie sind durchaus bereit, sich kontinuierlich weiterzubilden. Allerdings mangelt es ihnen dabei an Support von außen. Ihre Arbeitgeber unterstützen sie zu wenig bei der Suche oder der Durchführung einer Qualifizierungsmaßnahme. Parallel zum Klinikalltag fehlt zudem häufig die Zeit, sich neue Kompetenzen anzueignen. Was also tun?

Wer sich selbst und seinen beruflichen Marktwert erhöhen will, der kommt an Weiterbildung nicht vorbei – und darf sich dabei auch nicht allein auf die Initiative des Arbeitgebers verlassen. Hier ist stattdessen Eigenengagement gefragt. Das heißt nicht, dass man eine Weiterbildung allein finanzieren oder in seiner ohnehin gering bemessenen Freizeit durchführen muss. Es gilt vielmehr, sich zunächst darüber klar zu werden, was man lernen möchte. Anschließend sollten Argumente erarbeitet werden, weshalb eine entsprechende Qualifizierungsmaßnahme nicht nur für einen persönlich, sondern auch für das Team oder das gesamte Krankenhaus einen Zugewinn darstellt. Es geht dabei um eine Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten und einen Abgleich mit dem, was die Klinik künftig an Kompetenzen benötigt.

So vorbreitet kann man das Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten suchen. Entweder im Rahmen des jährliches Mitarbeitergesprächs oder auch in einem separaten Termin.

Vom persönlichen zum organisationalen Wissensmanagement

Das persönliche Wissensmanagement ist eine wichtige Voraussetzung für funktionierendes organisationales Wissensmanagement. Schließlich stellt sich die Frage nach vorhandenen und künftig erforderlichen Kompetenzen auch im Gesamtkontext. Stichwort: demografischer Wandel. Was passiert, wenn in den nächsten Jahren die Generation der Babyboomer sukzessive aus dem Berufsleben ausscheidet? Welche langjährigen Erfahrungen und Fähigkeiten gehen dem Krankenhaus damit verloren? Und wie lassen sich diese Lücken sinnvoll schließen?

Auch die Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001:2015 fordert, dass die entsprechenden Wissensprozesse transparent gemacht werden – und plädiert für eine Standortbestimmung der vorhandenen Wissensbestände sowie einen Soll-Abgleich mit denjenigen Kompetenzen, die für die Erreichung der künftigen Klinikziele erforderlich sind. Und genau dieser Abgleich beginnt beim einzelnen Mitarbeiter und dessen individuellem Kompetenzprofil. Ein solches zu erstellen, gelingt am besten in Zusammenarbeit zwischen Wissensträger und Personalabteilung – idealerweise initiiert und unterstützt durch das Wissensmanagement. Das Ergebnis ist ein Mehrwert auf verschiedenen Ebenen: der persönlichen und der organisationalen. Gelingt es, beides zu kombinieren, wird ein Wissens(vor)sprung sowohl für den einzelnen Mitarbeiter als auch die gesamte Klinikorganisation erreicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.