RKI-Umfrage zeigt: Grippeimpfung für viele Klinikmitarbeiter kein Thema

Spritze aufziehen © REDPXEL/Adobe.Stock.com

© REDPXEL/Adobe.Stock.com

Wie eine Umfrage des Robert Koch-Instituts (RKI) unter 5822 Mitarbeiter von 54 Kliniken in Deutschland ergab, haben sich nach eigenen Angaben nur 40,1 Prozent in der Saison 2017/2018 gegen Influenza impfen lassen. 61,4 Prozent davon waren Ärzte, 32,5 Prozent Pflegende und 34,2 Prozent Angehörige therapeutischer Berufe. Dabei empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) medizinischem Personal ausdrücklich, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Denn eine Impfung ist die wichtigste Maßnahme zur Prävention einer Grippeerkrankung für sich selbst und andere.

Selbstschutz stand für Befragte vor Patientenschutz

Als häufigsten Grund für eine Impfung nannten die Befragten Selbstschutz. Der Patientenschutz stand erst an zweiter Stelle. Ärzte, die sich nicht impfen ließen, gaben dafür vor allem organisatorische Gründe an. Pflegende und Angehörige therapeutischer Berufe hingegen bezweifelten die Sicherheit und Effektivität der Influenza-Impfung. Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits bei einer Befragung Ende 2016. Insgesamt wird die Influenza-Impfung bei Krankenhauspersonal nach wie vor nicht ausreichend angenommen.

Berufsgruppenspezifische Kommunikation notwendig

Lediglich knapp jeder vierte nicht-geimpfte Arzt traf die Aussage, künftig den Grippeschutz wahrnehmen zu wollen. Nur jeder siebte nicht-geimpfte Pflegende möchte sich künftig impfen lassen. Um die Impfmotivation und -quote in Kliniken künftig zu verbessern, empfiehlt das RKI berufsgruppenspezifische Kommunikationsmaßnahmen zur Grippeschutzimpfung in Krankenhäusern: Dies seien bei Pflege- und therapeutisch tätigem Personal vertrauensbildende Argumente wie etwa, dass der Impfstoff aufgrund inaktivierter Vakzine keine Grippe auslösen kann. Bei Ärzten wiederum könnten niederschwellige aufsuchende Impfangebote die Impfbereitschaft erhöhen.

Jährliche Folgeumfragen des RKI sollen künftig zeigen, inwieweit sich Impfquote und Impfmotivation gegebenenfalls verändern.

Quelle:
RKI, Epidemiologisches Bulletin, Nr. 32 vom 9.8.2018

jh/KWM
Bildquelle: ©
REDPXEL/Adobe.Stock.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar