Schadhafte Implantate: Auf was Klinik-Einkäufer achten sollten!

Schadhafte Implantate: Auf was Klinik-Einkäufer achten sollten!

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Ende 2018 veröffentlichte das Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten die sogenannten „Implant Files“, in denen weltweit Lücken in der Kontrolle von Implantaten aufgedeckt wurden. In Deutschland berichtete unter anderem die Süddeutsche Zeitung über den oft nachlässigen Zulassungsprozess von Medizinprodukten und die daraus erwachsenden negativen Folgen für die Patienten. Wie Klinik-Einkäufer mit schadhaften Implantaten umgehen sollten, erklärt der auf Medizinrecht spezialisierte Jurist Dr. Lars Blady.

Infolge der Berichte über die Zunahme von Verletzungen und Todesfällen durch den Einsatz mangelhafter medizinischer Implantate hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein zentrales Implantatregister gefordert. Bis diese industrieunabhängige Stelle, bei der alle verbauten Implantate gemeldet werden müssen, jedoch geschaffen ist, sind Kliniken auf sich gestellt.

Folgendes rät Dr. jur. Lars Blady aktuell im Einkäufer-Blog des Portals „Klinik Einkauf“:

 

  • Der Einkauf von Implantaten sollte in enger Abstimmung mit den betroffenen medizinischen Abteilungen erfolgen. Allein der implantierende Arzt wird wissen, ob es mit einem bestimmten Medizinprodukt auffällig oft Probleme gibt und das Modell Patienten vielleicht sogar schon häufiger geschädigt hat.
  • Wurde ein schadhaftes Produkt aus dem Körper des Patienten entfernt und der verantwortliche Medizinhersteller möchte es zur Überprüfung zurückhaben, ist dem nicht Folge zu leisten. Fakt ist: Das entfernte Implantat gehört in der Regel dem Patienten! Er benötigt es, um mögliche Ersatzansprüche geltend zu machen.
  • Bewährte Qualität geht vor High-End-Lösungen und vor günstig angebotenen Produkten aus unbekannten Kanälen.

Quelle:
Implant Files: Wie sollen Klinik-Einkäufer mit schadhaften Implantaten umgehen? 11.3.2019

cp/KWM
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Ein Kommentar auf “Schadhafte Implantate: Auf was Klinik-Einkäufer achten sollten!”

  1. QS Berater sagt:

    Danke für die Infos.

    Es ist immer wieder erschreckend zu lesen, welche Lücken es im Qualitätsmanagement des Gesundheitswesen gibt. Gerade der Bereich ist hoch sensibel, die Implantate sind sehr teuer und die Patenten haben das Nachsehen. Ein Register über Implantate nützt hier wenig. Die entsprechende härte Auslegung des Rechts (Ersatz- und Schadenersatzansprüche) ist hier gefragt.

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