Smart Data: Intelligente Vernetzung von Daten im Krankenhaus

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Patientendaten, Laborergebnisse, Vitaldaten sowie neue Erkenntnisse aus der Forschung – in Kliniken gibt es eine Reihe an Daten. Täglich kommen neue hinzu. Viele entstehen im eigenen Krankenhaus, andere aus externen Quellen wie z.B. durch Versicherungen, Hausärzten, zunehmend auch aus Gesundheitsapps und Wearables. Allerdings kommen diese Daten nur einmal zum Einsatz und geraten anschließend in Vergessenheit. Diese Daten schlummern ungenutzt in Ordnern, in Notizblöcken oder schlichtweg in den Köpfen der Mitarbeiter. Ohne intelligente Vernetzung kann kein Mehrwert aus den Daten entstehen. Wissensmanagement-Systeme dienen dazu, dass relevante Daten jederzeit abrufbar sind.

Daten im Überfluss

Das Datenvolumen steigt weltweit rapide an. Das Marktforschungs- und Beratungshaus IDC erwartet für das nächste Jahr ein Wachstum auf 44 Billionen Gigabyte. Innerhalb von sechs Jahren hat sich der globale Datenbestand verzehnfacht – und die Generierung neuer Daten nimmt gerade erst an Fahrt auf. Auch im Krankenhaus ist diese Dynamik zu erkennen. Konkret bedeutet das, dass Wissen im Überfluss vorhanden ist. Kein Chefarzt, kein Pfleger und kein Verwaltungsmitarbeiter ist noch dazu in der Lage, alle Datenbausteine zu überblicken. Hier kommt Big bzw. Smart Data ins Spiel. Ziel von Smart Data ist, die intelligente Vernetzung und automatisierte Nutzung des Datenbestandes.

Intelligente Vernetzung in der Krankenhauspraxis

Ein Beispiel: In der Notaufnahme kann ein Arzt mit dem Namen des Patienten in die Aufzeichnungen vergangener Krankenhausaufenthalte zugreifen und erhält außerdem Einblick in die letzten Vitalwerte des behandelnden Hausarztes. Bei der täglichen Visite sieht der Mediziner weiterhin auf dem Dienst-Tablet oder an der Computerstation des Krankenbettes, welche Besonderheiten dem Physiotherapeuten am Vortag aufgefallen sind. Ein weiterer Vorteil: Ein Risikosystem erkennt bei der Essensbestellung auf Basis der Patientendaten automatisch, welche Unverträglichkeiten eingetragen sind und bietet eine alternative Verpflegung.

Wissen ist wertvolles Allgemeingut

In der gelebten Krankenhauspraxis ist eine solche Vernetzung nach wie vor die Ausnahme. Die Gründe dafür sind vielfältig: knappes Budget, fehlende Zuständigkeiten und rechtliche Hindernisse. Die größte Problematik liegt aber in der IT. Daten müssen digitalisiert und zentral verfügbar sein. Aktenordner sind dabei genauso wenig kollaborativ wie Daten auf dem lokalen Fileserver oder auf dem eigenen Desktop. Es muss sich ein klinikweites Verständnis entwickeln, dass Daten, Informationen und Wissen als Allgemeingut dienen und nicht für Macht und Anerkennung missbraucht werden dürfen. Sie dienen dem Patienten und sollten deshalb mit entsprechender Berechtigung jederzeit zugänglich sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es klinikweiter Regeln. Zudem muss ein Cultural Change stattfinden, der das Teilen von Wissen klar in den Vordergrund stellt. Anschließend können die technischen Aspekte umgesetzt werden: analoge Dokumente digitalisieren, Datensilos aufbrechen sowie IT-Systeme vernetzen.

Hohe Datenqualität für maximales Patientenwohl

Im Endergebnis erhält das Klinikpersonal Zugriff auf den gesamten organisationalen Datenschatz und somit auf gesamte Medienformate wie z.B. Bilddateien oder Audioaufnahmen. Sucht ein Mitarbeiter ein Stichwort, bekommt er der Suche entsprechend alle Medien angezeigt. Dies geschieht innerhalb von Sekunden. So hat er in Notsituationen sofort eine objektive Entscheidungsgrundlage zur Hand – egal ob in der Ambulanz oder im OP oder der Medikamentenvergabe. Daten sind die wichtigste Grundlage medizinischen Handelns und entscheiden maßgeblich über das Patientenwohl. Kliniken sind daher gefordert, mithilfe von Wissensmanagement-Methoden ihren Wissensschatz zu heben.

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