Smart Skills: Was Kliniklenker wissen müssen

Digitale Kompetenzen © bht2000/ Adobe.Stock.com

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Die digitale Transformation hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Sie verändert die Art, wie wir kommunizieren, konsumieren und insbesondere auch wie wir arbeiten. Waren früher für die Qualifikation von Fach- und Führungskräften ausschließlich fachliche und soziale Kompetenzen maßgeblich, entscheidet heute auch zunehmend die digitale Kompetenz der Beschäftigten darüber, wie gut sie in ihrem Job sind. Das gilt insbesondere für Kliniken: Laut der Roland Berger Studie „Gesundheit 4.0“ investieren Krankenhäuser nach wie vor zu wenig in dringend erforderliche Digitalisierungsprojekte und gelten daher zu großen Teilen als digitale Nachzügler. Mangelnde digitale Kompetenzen sind einer der Gründe für die schleppende Projektumsetzungen.

Folgen mangelnder Digitalisierung

Daniel Bahr, Vorstand Allianz Private Krankenversicherung und früherer Gesundheitsminister, bringt es in der genannten Roland-Berger-Studie auf den Punkt: „Eine schleppende Digitalisierung führt unweigerlich zu höheren Kosten und verringert die Attraktivität des Standorts Deutschland.“ Der Kampf gegen den Pflegenotstand, der Wunsch nach individuellen Therapiemethoden, das Streben nach mehr Wettbewerbsfähigkeit und schließlich die Forderung nach maximaler Versorgungsqualität sind bereits mittelfristig nur auf Basis IT-gestützter und datengetriebener Prozesse möglich.

Chancen und Risiken richtig einschätzen

Auf dem Weg zum digitalen Krankenhaus braucht es Weitsicht. Es geht darum beurteilen zu können, welche technischen Entwicklungen sich heute und auch morgen noch positiv auf die Krankenhausabläufe auswirken. Durch welche Tools und Methoden werden Mitarbeiter entlastet? Wodurch ergeben sich Effizienzsteigerungen? Inwieweit ist der Datenschutz davon betroffen? Welche Folgen drohen, wenn man kein Krankenhaus-Informations-System, keine sensorgestützten Überwachungssysteme und keine intelligent gesteuerte Supply Chain implementiert?

Um diese und ähnliche Fragen beantworten zu können, bedarf es digitaler Kompetenzen auf der Managementebene. Diese lassen sich grob in drei Wissenssäulen unterteilen:

  • ITK-Wissen: Von Hard- über Software bis hin zu Aspekten wie Infrastrukturen und IT-Architekturen
  • Datenmanagement: Dazu zählen Aspekte wie Datensicherheit und Datenschutz, aber auch der Umgang mit Big Data und die Nutzbarmachung bisher brach liegender Datenschätze (Datenanalyse).
  • Prozesswissen: Ausgehend von den existierenden Klinikprozessen müssen die Verantwortlichen in der Lage sein, digitale Szenarien zu entwerfen – und zwar mit allen ihren Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe sowie die Wertschöpfung.

Die wichtigsten Kompetenzträger

Auf dem Weg hin zum Krankenhaus 4.0 sind es zunächst die Entscheidungsträger, die sich digitales Wissen aneignen müssen. In der Regel funktioniert das über – ebenfalls digitale – Weiterbildungsformate. Allerdings drängt die Zeit. Und neues Wissen aufzubauen gelingt nicht von heute auf morgen. Zudem sind gerade die Kliniklenker derzeit auch mit zahlreichen anderen Herausforderungen konfrontiert, die ebenfalls keinen Aufschub erlauben.

Der Weg aus diesem Dilemma ist der Wissensmanager. Wer einen solchen mit an Bord holt, profitiert von dessen Wissen. Quasi als interner Berater arbeitet er den Kliniklenkern zu, skizziert digitale Zukunftsperspektiven und entwickelt mögliche Umsetzungsszenarien. Gleichzeitig bereitet er die Mitarbeiter auf den unausweichlichen Change vor und bahnt so den Weg für einen ganzheitlichen digitalen Wandel.

nl/KWM
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