Social-Video statt Imagefilm

Social-Video © sitthiphong/adobe.stock.com

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„Ein Blick auf die Umsetzung von Bewegtbild-Inhalten von Healthcare-Einrichtungen offenbart einen immensen Gegensatz zu den Nutzungsgewohnheiten der Menschen im Social Web“, erklärt Martin Schleicher auf hcm-magazin.de. Nach Auffassung des Experten für Online-Marketing und Social-Media-Kommunikation in der Gesundheitswirtschaft wünschen sich Patienten weniger langatmige Inszenierung, sondern mehr kurze und ungestellte Szenen aus dem Klinikalltag. Social-Videos sind ideal dafür.

„Schnell, direkt und unterhaltsam schaffen sie eine enge Beziehung zum Nutzer; die Wirkungskraft ist enorm. Je emotionaler der Inhalt, desto größer die Verbreitung“, erklärt Schleicher. Wer dieses Mittel richtig einsetzt, steigere die Bekanntheit und die Kundenbindung gleichermaßen. Darüber hinaus seien die Kosten verglichen zur Produktion eines Imagefilms überschaubar. „Ein Smartphone oder Tablet der Oberklasse in Kombination mit dem richtigen Zusatzequipment wie Stativ, externem Mikrofon und LED-Zusatzleuchten sowie den entsprechenden Tools für die Schnitt- und Post-Produktion reichen aus“, so Schleicher.

Die Formate der Kurzfilme können dabei sehr unterschiedlich sein, je nachdem welches Ziel damit verfolgt werden soll. Sie können Patienten einen Einblick hinter die Kulissen gewähren. Wer sieht als Patient beispielsweise schon den OP-Saal wachen Auges. Aber auch Experten des Hauses können hier zu bestimmten Krankheitsbildern oder Verfahren zu Wort kommen.

Virale Hits aus der Praxis

Wie groß die Resonanz sein kann, zeigen Beispiele aus der Praxis: So drehte das Altenheim Gertrudenstift ein Kurzvideo über den Einsatz der Therapiehündin Lotte ursprünglich zu Weiterbildungszwecken. Nach 24 Stunden erreichte es 1,6 Millionen Aufrufe und wurde fast 30.000 Mal geteilt. Im Klinikum Dortmund setzt man in der Unternehmenskommunikation seit diesem Jahr auch auf Kurzfilme. Hier kommen Experten zu Wort oder es werden Momente aus dem Klinikalltag eingefangen (wir berichteten). Das Zwölfsekundenvideo, das den neunjährigen Tom beim Läuten der neuen „Glückwunsch-Glocke“ auf dem Flur der Kinderkrebsstation zeigt, nachdem er den Blutkrebs besiegt hat, wurde mehr als 100.000 Mal aufgerufen und über 900 Mal geteilt.

Patientenbindung: Beantworten von Fragen per Social-Video

Bisher größtenteils ungenutzt, weil aufwendiger, sei jedoch das regelmäßige Beantworten von Abonnenten- und Fan-Fragen per Social-Video, so Martin Schleicher. Dabei liege der Vorteil auf der Hand: „Man zeigt Interesse, schafft eine persönliche Beziehung und Vertrauen und erhöht die Reichweite. Grundsätzlich gilt auch hier: Wer langweilt, wird nicht beachtet!“

Lesenswert
Elf Tipps für gute Social-Videos hat Martin Schleicher hier in einer Checkliste zusammengestellt.

Quellen:
Uuund… Action! Martin Schleicher, Health&Care Management online, 4.10.2017
Ein Hund, ein Video und 16.000 Fans, Bianca Flachenecker, Health&Care Management online, 1.09.2017

cp/KWM
Bildquelle: © sitthiphong/
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