Strategische Ausrichtung von Kliniken: Drei Szenarien

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Kliniken stehen vor gigantischen Herausforderungen: Sie müssen kostendeckender arbeiten und wirtschaftlicher agieren. Sie kämpfen gegen den immer größer werdenden Wettbewerb im Gesundheitssektor. Sie benötigen dringend neues Personal. Außerdem stehen Investitionen in die (IT-) Infrastruktur an. Um für die Zukunft fit zu werden, müssen Kliniken ihre strategische Ausrichtung entsprechend anpassen. Dafür ist es unerlässlich zu benennen, wie sich die genannten Vorhaben realisieren lassen. Wissensmanagement sollte daher als zentrales Projekt nicht fehlen. Im Gegenteil: Es gehört an die Spitze der Agenda.

Wenige Mitarbeiter versorgen mehr Patienten

Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr Patienten versorgen. Häufig handelt es sich dabei, aufgrund von steigender Lebenserwartung, um multimorbide Personen. Entsprechend komplex sind Diagnose und Therapie, entsprechend viele Ressourcen werden gebunden. Auf Dauer kann das nicht gut gehen: Die Schere zwischen Behandlungsbedarf und verfügbaren Kapazitäten klafft immer weiter auseinander. Neues Personal könnte Abhilfe schaffen. Aber der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Außerdem fehlt es am notwendigen Budget.

Radikale Streichungen sind (k)ein Ausweg

Kürzlich empfahl die Bertelsmann Stiftung, mehr als jede zweite Klinik zu schließen. So würden sich die vorhandenen Fachkräfte statt auf derzeit 1.400 auf nur noch etwa 600 Krankenhäuser verteilen. [1] Das für die Digitalisierung verfügbare Budget käme in den verbleibenden Kliniken an. Mehr Personal und höhere Ausstattung. Aber was ist dann mit der sozialen Infrastruktur? Wäre die medizinische Grundversorgung gerade in strukturschwachen Regionen überhaupt noch gewährleistet?

Wissensbasierte Lösungen sind eine Option

Wenn radikale Streichungen keine Option sind, müssen Kliniken und ihr Management sich einem anderen Mittel bedienen: Wissensmanagement schafft es, Prozesse zu verschlanken, Ressourcen zu schonen, Qualität zu optimieren, ungenutzte Potenziale zu heben, zeitraubende Routinetätigkeiten zu automatisieren und vieles mehr. Gerade wissensintensive Branchen – und da rangiert das Gesundheitswesen ganz weit vorn – müssen auf ihr immaterielles Kapital Acht geben. Dazu gehören auch die Wissensträger, also die Mitarbeiter.

Drei Szenarien für Kliniken:

  1. Sie warten ab, was mit Ihrer Klinik passiert – auch durch externe Entscheidungen (Stichwort: Bertelsmann Stiftung).
  2. Sie denken, Ihr Krankenhaus wird langfristig weiterbestehen und zur Großklinik ausgebaut. Einige aktuelle Probleme lösen sich dann in Wohlgefallen auf (Stichwort: Fachkräftemangel).
  3. Sie überlassen nichts dem Zufall und beginnen, Wissensmanagement in Ihrer Klinik einzusetzen. Sie verankern es in Ihrer strategischen Ausrichtung, stellen einen Wissensmanager ein, teilen ihm Personal, Verantwortung und Budget zu. Ihre Klinik profitiert zukünftig von hoch motivierten Mitarbeitern, neuem Personal, das sich eigeninitiativ bei Ihnen bewirbt, zufriedenen Patienten und einer steigenden Behandlungsqualität.

 

Quelle:

[1] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juli/eine-bessere-versorgung-ist-nur-mit-halb-so-vielen-kliniken-moeglich/

nl/KWM

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