Umfrage: Trotz hoher Fluktuation ist die Stimmung unter Klinikmanagern positiv

In mehr als der Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland gab es in den vergangenen drei Jahren Geschäftsführerwechsel. Laut einer aktuellen Umfrage des International Health Care Management Institute (IHCI) der Universität Trier steht jedoch die Mehrheit von ihnen (80 Prozent) ihrer Arbeitssituation positiv gegenüber, rund 89 Prozent würden sich wieder für den Beruf des Krankenhausmanagers entscheiden. Vieles was ihnen wichtig ist, sehen sie im Arbeitsalltag gegeben. Konfliktpotenzial haben vor allem die unterschiedlichen Erwartungen von Managern und Gesellschaftern.

Von Februar bis März 2017 untersuchten Universitätsprofessor Dr. Andreas J.W. Goldschmidt und Bernhard Hess mögliche Gründe für einen Jobwechsel. Sind sie unzufrieden mit ihrer Arbeit? Haben Manager und Gesellschafter gegebenenfalls unterschiedliche Erwartungen und Ziele, die die Zusammenarbeit erschweren? Oder verleidet das Spannungsfeld von Ethik und Ökonomie Klinikmanagern ihre Arbeit? Von den 343 angeschriebenen Teilnehmern füllten 70 den Online-Fragebogen verwertbar aus.

Die Mehrheit ist mit ihrer Arbeitssituation zufrieden

Entgegen dem, was die häufigen Jobwechsel in der Führungsetage erwarten ließen, sind die meisten der Befragten mit ihrer Beschäftigung zufrieden: 20 Prozent sind sehr zufrieden, rund 44 Prozent zufrieden und fast 16 Prozent eher zufrieden. Von den verbleibenden 20 Prozent, die unzufrieden sind, ziehen 19 Prozent einen Jobwechsel in Erwägung.

Die wenigsten der Befragten fühlten sich im Arbeitsalltag überfordert. Allerdings gab die Hälfte der Befragten an, zu wenig Zeit zu haben, um ihre Aufgaben sehr gut erfüllen zu können. Ebenso viele sahen sich durch ihren Job psychisch und physisch belastet. Gleichwohl gab die Mehrheit an, ihre fachlichen Qualifikationen einbringen zu können, stolz auf ihre Arbeit zu sein und sich mit ihrem Arbeitsgeber identifizieren zu können.

Das ist wichtig im Job: Wünsche und Realität

50 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen viel an einem breiten Aufgabenspektrum und einer vielseitigen Tätigkeit in ihrer Arbeit gelegen ist. Auch die Übernahme von Verantwortung spielt eine wichtige Rolle. In allen drei Punkten lag die Zufriedenheit noch deutlich über den Erwartungen. Nur in fünf von insgesamt 17 abgefragten Teilbereichen lag die Zufriedenheit unter der persönlichen Präferenz. Dazu zählen die Vereinbarkeit von Freizeit/Familie und Beruf, die Anerkennung durch Gesellschaft und Patienten sowie die Unternehmenskultur und das Betriebsklima.

Wie ist es um das Verhältnis von Managern und Gesellschaftern bestellt?

Die Erwartungen zwischen Managern und Gesellschaftern gehen hingegen oft auseinander. So erwarten 40 Prozent der Befragten von ihren Gesellschaftern, dass sie mehr in die Klinik investieren. 50 Prozent geben jedoch auch an, dass ihre Gesellschafter umgekehrt eine Umsatz- und Gewinnsteigerung von ihnen erwarten. Auch hinsichtlich der Personalpolitik kommt es zu Differenzen. Fordern 20 Prozent der Manager in der Umfrage mehr Beschäftigte, erwarten die Gesellschafter in gleichem Maße die Einsparung von Personal. Ethisch bedingte Konflikte zwischen Ärzten und Managern, wie sie oft beschrieben werden, gibt es laut den Befragten jedoch im Arbeitsalltag kaum.

Quellen:
Umfrage: Glückliche Krankenhausmanager, www.bibliomedmanager.de, 7.11.2017
Umfrage unter Klinikmanagern: Arbeiten im Spannungsfeld, f&w führen und wirtschaften (11/2017), S. 1036–1039

cp/KWM

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