Urlaubszeit – Lesezeit!

Buch mit Apfel © Laura Passavanti-lapas77 – Fotolia.com

© Laura Passavanti-lapas77 – Fotolia.com

Welches Reiseziel haben Sie sich in diesem Sommer ausgesucht? Berge, Meer oder Balkonien? Wo auch immer Sie sich erholen, vergessen Sie nicht Ihre Urlaubslektüre. Wenn Sie in Ihrer freien Zeit ein gutes Buch zur Hand haben, können Ihnen weder Wetterkapriolen, Wartezeiten am Flughafen oder Bahnhof die Laune verderben. Hier ein paar Tipps aus der KWM-Redaktion.

 

Eine irre Kindheit…

 

Cover Joachim Meyerhoff © Kiepenheuer & Witsch

© Kiepenheuer & Witsch

Im zweiten Teil seiner autobiografischen Romantrilogie „Alle Toten fliegen hoch“ berichtet Joachim Meyerhoff von seiner nicht ganz alltäglichen Kindheit. Er wächst zwischen Hunderten von Verrückten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie auf – und mag es sogar sehr. Mit zwei Brüdern und einer Mutter, die den Alltag stemmt – und einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen? Gleichzeitig lädt er nicht Freunde, sondern Patienten zum Kaffeekränzchen ein. Etwa den kindlich-neugierigen Dietmar, die ohne Punkt und Komma redende Margret (“Ohhsiehtderkuchenleckerausichglaubichwerdnichtmehr“) oder Ludwig, der immer den Hund streicheln wollte, vor dem er so viel Angst hatte. Ein komisches und zugleich sehr anrührendes Lesevergnügen!

Joachim Meyerhoff:
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Alle Toten fliegen hoch. Teil 2. Roman.
Kiepenheuer & Witsch, Köln: 2013

Das Wunder unseres Körpers und seiner Billionen Bewohner

 

Cover Der Mensch © Gerstenberg

© Gerstenberg Verlag

Eigentlich konzipiert für Kinder, ist das Buch „Der Mensch oder Das Wunder unseres Körpers und seiner Billionen Bewohner“ auch ein Augenschmaus für den interessierten Erwachsenen. Nebenbei wird auch noch was erklärt und Fragen wie „Warum können wir die Herzmuskeln trainieren, die Darmmuskeln aber nicht?“ oder „Warum schmecken Kekse besser, wenn man Kopfhörer trägt?“ beantwortet. Ein spannender Einblick in den Körper und in uns.

 

Jan Paul Schutten, Verena Kiefer, Floor Rieder:
Der Mensch oder Das Wunder unseres Körpers und seiner Billionen Bewohner
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2016.

Ein wenig Leben

 

Ein wenig Leben © Hanser Verlag

© Hanser Verlag

„Ein wenig Leben“ handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. „Ein wenig Leben“ ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch. Ein Literaturkritiker warnt in der Zeitschrift New Yorker: „Dieses Buch kann Sie verschlingen!“

Hanya Yanagihara:
Ein wenig Leben
Hanser Verlag, Berlin. 2016

Krankenhausgeschichte im Postkartenformat

 

Cover Postkartengrüße aus dem KH © Verlag Murken-Altrogge

© Verlag Murken-Altrogge

Gerade in der Urlaubszeit verschicken wir gern eine Ansichtskarte. Schließlich sollen Familie und Freunde wissen, wie es am Reiseziel aussieht. Eine Postkarte aus dem Krankenhaus hingegen ist eher unüblich. Aber das war nicht immer so. Gerade zu Zeiten, in denen das Krankenhauswesen aufgeblüht ist, fanden sie Abnehmer und letztlich Empfänger. Heute sind die Karten Relikte aus der Krankenhausgeschichte und geben Eindrücke von längst Vergessenem. Im Buch „Grüße aus dem Krankenhaus“ geben die rechteckigen Zeitdokumente einen etwas anderen Einblick in die Berliner Krankenhausgeschichte.

Axel Hinrich Murken und Peter R. Pawlik:
Grüße aus dem Krankenhaus. Ansichtskarten von Berliner Krankenhäusern
Verlag Murken-Altrogge, Herzogenrath. 2017

 

 

cp/KWM
Bildquellen: © Hanser Verlag, Gerstenberg Verlag, Kiepenheuer & Witsch,
Verlag Murken-Altrogge sowie Laura Passavanti-lapas77 – Fotolia.com

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