Digitalisierung im Krankenhaus – und warum sie so eng mit dem Wissensmanagement vernetzt ist

Digitales Wissensmanagement

© Thieme & Frohberg GmbH

Elektronische Patientenakten, papierlose Arztbriefe, Telematikinfrastrukturen und smarte E-Health-Lösungen – Digitalisierungsprojekte stehen derzeit ganz weit oben auf der Agenda von Krankenhäusern. Doch mit entsprechenden Vorhaben gehen Kliniken gleichzeitig noch eine ganz andere, ebenso wichtige Herausforderung an: die Umsetzung und nachhaltige Implementierung von Wissensmanagement. Denn es ist stets das vorhandene Know-how und dessen Verarbeitung, das im Mittelpunkt von Digitalisierungsvorhaben steht.

Es geht um Daten

Die Schnittmenge von Wissensmanagement und Digitalisierung sind die verarbeiteten Daten. Damit Digitalisierung gelingt, müssen sie in elektronischer Form vorliegen. Nur so können sie von intelligenten IT-Lösungen erfasst und bedarfsgerecht ausgewertet bzw. aufbereitet werden. Doch die Realität sieht in vielen Kliniken noch anders aus. Merkzettel, Gesprächsnotizen, Kladden, Ordner und jede Menge loser Dokumente prägen den Krankenhausalltag. Für Digitalisierungslösungen sind sie damit nicht zugreifbar.

Erst Wissensmanagement …

Daher besteht der erste Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalisierung von Krankenhausabläufen in der elektronischen Erfassung des vorhandenen Datenmaterials. Und genau hier kommt Wissensmanagement ins Spiel: Es gilt nämlich zunächst herauszufinden, welche Daten in der Klinik existieren und wo sie jeweils erhoben bzw. verarbeitet werden und in welcher Form sie vorliegen. Anschließend geht es einerseits in einem rein technischen Prozess darum, die analogen Daten in eine digitale Version zu überführen. Andererseits und das ist Aufgabe des Wissensmanagements, müssen die Prozesse dahingehend verändert werden, dass

  • die Datengenerierung künftig von vornherein einheitlich digital erfolgt und
  • die Prozesse so angepasst werden, dass die Datenverarbeitung in jedem Prozessschritt transparent und nachvollziehbar wird.

In diesem Zuge ergeben sich in aller Regel zahlreiche Optimierungsansätze, um die Prozesse schneller, schlanker und effizienter zu gestalten. Das spart Zeit und Kosten und setzt im besten Fall sogar einen Teil des Budgets für das nachgelagerte Digitalisierungsprojekt frei.

… dann Digitalisierung …

Wenn klar ist, wo welche Daten existieren, an welcher Stelle sie entstehen, wo sie gegebenenfalls auch mehrfach abgerufen oder verarbeitet werden und welche Mitarbeiter sie jeweils als Arbeits- oder Entscheidungsgrundlage benötigen, kann im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts ein smartes IT-System installiert werden. Die Herausforderung bei der Implementierung besteht darin, die richtigen Schnittstellen zu finden, um alle Daten systematisch zu erfassen. Und zwar organisationsübergreifend.

Der Zugriff auf die Daten erfolgt anschließend webbasiert. Das heißt, die Klinikmitarbeiter – egal ob Chefarzt oder Verwaltungspersonal – greifen auf ein und denselben Datenbestand zu. Das System erkennt anhand des Logins und auf Basis eines dezidierten Benutzerprofils automatisch, welche Berechtigungen bestehen und welche Daten überhaupt angezeigt oder bearbeitet werden dürfen. Das alles ist aber nur möglich durch die Vorarbeit des Wissensmanagements.

… und wieder Wissensmanagement

Wissensmanagement ist aber auch dafür verantwortlich, dass aus den digital erfassten Daten wertschöpfendes Know-how wird. Denn erst durch die Verknüpfung von Daten mit dem individuellen Wissens- und Erfahrungsschatz können die Datenbestände zur organisationalen Wissensgenerierung beitragen.

nl/KWM

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