Verständlich kommunizieren, will gelernt sein

Das Team von "Was hab' ich?" © "Was hab' ich?"/David Pinzer

Was hab‘ ich?-Team: Ariane Schick-Wetzel, Beatrice Brülke, Franziska Mettke (hinten von links) sowie Anne Klinkenberg, Ansgar Jonietz (vorne). © „Was hab‘ ich?“/David Pinzer

Hochkomplexe Medizin verständlich zu erklären, benötigt Wissen und Übung. Auf der Heidelberger Interprofessionellen Ausbildungsstation (HIPSTA) der Chirurgischen Universitätslinik lernen junge Mediziner jetzt, wie man verständliche Entlassbriefe für Patienten schreibt. Angeleitet werden sie dabei von den Experten für verständliche Sprache von „Was hab‘ ich?“.

Sie werden darin geschult, Diagnosen, durchgeführte Untersuchungen und Medikationspläne für die von ihnen auf der Station versorgten Patienten leicht verständlich zu erläutern. Die Ärztinnen von „Was hab‘ ich?“ unterstützen sie dabei durch telefonische Supervisionen. Die PJler können sich außerdem an einem speziellen „Was hab‘ ich?“-Handbuch mit zahlreichen Tipps zu verständlicher Sprache orientieren.

Verständlich erklären in Wort und Schrift

„Die Studierenden üben durch das Schreiben verständlicher Entlassbriefe, wie sie Patienten die Operationen oder Medikamente so erklären können, dass diese auch verstehen, warum eine Behandlung durchgeführt wurde oder eine Tablette genommen werden muss. Davon profitieren sowohl die Patienten als auch die Studierenden“, erklärt Privatdozent Dr. André Mihaljevic, Oberarzt auf der Ausbildungsstation.

Mit dem Verständnis wächst die Therapietreue der Patienten

Die Befragung der bisherigen HIPSTA-PJler durch „Was hab‘ ich?“ zeigt, dass das Schreiben der verständlichen Briefe vor allem Einfluss auf den Klinik-Alltag der Mediziner hat: 87,5 Prozent der Befragten geben an, dass sie die erworbenen Fähigkeiten zum verständlichen Erklären in Gesprächen mit Patienten anwenden können. Und das ist wichtig: Patienten, die ihre Erkrankungen verstehen, verfügen über eine höhere Gesundheitskompetenz, halten sich eher an die verordnete Therapie, sind insgesamt gesundheitsbewusster und langfristig gesünder.

Im Medizinstudium spielt die Patientenkommunikation kaum eine Rolle

Dass das Behandlungsergebnis von einer verständlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient während der Behandlung abhängig ist, finden 100 Prozent der befragten HIPSTA-Mediziner. Doch trotz der großen Relevanz verständlicher Kommunikation wird diese bisher nur selten im Studium gelehrt. „HIPSTA zeigt erfolgreich, dass es auch anders geht. Die Studierenden werden nachhaltig für die Bedeutung einer Kommunikation auf Augenhöhe sensibilisiert. Verständliche Kommunikation sollte jeder Mediziner lernen“, fordert Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer von „Was hab‘ ich?“.

Quelle:
Was hab‘ ich? gemeinnützige GmbH

cp/KWM
Bildquelle:
© Was hab‘ ich?/ David Pinzer

 

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