Was bedeutet Wissensmanagement für das Krankenhaus-Controlling?

KIS © adiruch na chiangmai/AdobeStock

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Wissensmanagement beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Daten, welches das Erfassen, Speichern und Löschen dieser bedeutet.  Diese Kernaufgabe impliziert starke Wechselwirkungen zu einem der wichtigsten Klinikbereiche: dem Controlling. Schließlich finden die Planung, Steuerung und Kontrolle auf Grundlage vorhandener Daten der gesamten Organisation statt. Die Frage, die sich folglich ergibt, lautet: Welche Mehrwerte bietet die Einführung von Wissensmanagement auf das Controlling?

Wissensmanagement schafft einen einheitlichen Datenzugriff

Controller analysieren vorhandene Daten, bereiten sie bedarfsorientiert auf und leiten daraus Maßnahmen für die künftige Kliniksteuerung ab. Damit machen sie – fokussiert auf die Unternehmenszahlen – genau das, worauf Wissensmanagement abzielt: Sie sammeln und analysieren Daten. Damit das in der Praxis gelingt, müssen Controller eine Vielzahl an internen Systemen und externen Datenquellen stets prüfen und permanent monitoren. Das kostet viel Zeit und ist fehleranfällig. Genau hier setzt Wissensmanagement an: Es kann alle relevanten Datenquellen einbinden und per Schnittstellen so vernetzen, dass sich der Controller nur noch in einem Interface einloggen muss, um alle erforderlichen Daten abrufen zu können. Und das in Echtzeit.

Der Controller wählt dann „lediglich“ noch die relevanten Quellen und Datensätze aus, die er aktuell benötigt. Per Knopfdruck lassen sich Prognosen erstellen und visuell aufbereiten, so dass die wichtigsten Kernaussagen mit einem Blick erfassbar sind. Das ist besonders wichtig, wenn Förderer überzeugt oder Investitionsentscheidungen getroffen werden müssen.

Den Wert von Wissen beziffern

Doch Controlling hat noch viel mehr mit Wissensmanagement zu tun: Angesichts von Zahlen und Bilanzen wird oft übersehen, welchen Wert die Ressource Wissen für Kliniken hat. Doch damit verkaufen sich Krankenhäuser unter Wert. Als wissensintensive Organisationen macht die Ressource Wissen etwa 60 Prozent ihrer gesamten Wertschöpfung aus. Das schlägt sich allerdings in der Bilanzierung bisher in keiner Weise nieder.

Ändern lässt sich das mithilfe einer so genannten Wissensbilanz. Sie beziffert den strategischen Wert des organisationalen Wissens, deckt Wissenslücken auf und macht die daraus resultierenden Gefahren deutlich. Dabei fokussiert sie sich auf drei wissensintensive Kapital-arten:

  • Humankapital: Über welches Wissen, welche Kompetenzen und welche Fähigkeiten verfügen die Mitarbeiter?
  • Strukturkapital: Welche Organisations- und Kommunikationsstrukturen gibt es? Welches Wissens steckt in ihnen? Und wie sind sie technisch umgesetzt?
  • Beziehungskapital: Welche wissensintensiven Beziehungen unterhält die Organisation – zu Kunden bzw. Patienten, aber auch zu externen Dienstleistern, Forschungsinstituten und Kooperationspartnern?

Auf diese Weise wird deutlich, welchen Wert die Ressource Wissen für die Klinikprozesse sowie für die aktuelle und vor allem künftige Entwicklung des Krankenhauses hat.

 

nl/kwm-Redaktion

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