Was bedeutet Wissensmanagement für die Krankenhaus-IT?

Klinik-IT © HNFOTO/Adobe.Stock.com

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Wissensmanagement ist primär eigentlich kein IT-Thema. Vielmehr geht es um den Faktor Mensch – und seine Bereitschaft, Wissen aktiv zu teilen und zu nutzen. In Zeiten von Big Data nimmt aber die IT eine immer wichtigere unterstützende Rolle auf dem Weg zu erfolgreichem Wissensmanagement ein. Gerade in wissensintensiven Organisationen wie Kliniken ist es mittlerweile unerlässlich, die Mitarbeiter durch hochwertige Daten optimal zu unterstützen – und dadurch die Qualität der Patientenversorgung nicht nur sicherzustellen, sondern kontinuierlich zu verbessern.

Krankenhaus-IT mit Unterstützungsfunktion

Ob Ärzte oder Pfleger, Mitarbeiter in Labor und Reha oder die Beschäftigten in der Verwaltung – jeder benötigt individuelle Wissensbausteine, um seinen Job bestmöglich ausüben zu können. Aufgabe der Krankenhaus-IT ist es, die dafür erforderlichen Daten bedarfsgerecht und idealerweise in Echtzeit verfügbar zu machen – und zwar für jeden einzelnen Mitarbeiter auf den jeweiligen Stationen und innerhalb der für sie typischen Prozessabläufe.

Am Anfang steht die Bedarfsanalyse

Eine solche Bereitstellung erfolgt automatisiert und auf Knopfdruck. Allerdings nur dann, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen und erfolgreich umgesetzt sind. Der Weg dorthin führt über eine Bestands- und Bedarfsanalyse. Zentrale Fragen lauten:

  • Welche Hard- und Softwarelösungen braucht die Klinik, um ihre übergeordneten Ziele erreichen zu können?
  • Welche IT-Anwendungen sind bereits im Haus implementiert?
  • Inwieweit überschneiden sich der ermittelte IT-Bedarf mit dem bereits vorhandenen Ist-Zustand?

Vom Ist- zum Sollzustand

Daran schließt sich eine Analysephase an: In der Regel ist zumindest ein Teil der erforderlichen IT bereits vorhanden. Allerdings bleiben die Lösungen oft hinter den Erwartungen zurück. Vielen ist ihre Existenz auch gar nicht bewusst. Es geht folglich um eine Ursachenforschung, weshalb existierende Softwares nicht ausreichend genutzt wird.

  • Fehlt es an erforderlichen Schnittstellen und benutzerfreundlichen User Interfaces? Dann ist die Krankenhaus-IT gefragt, die Usability zu verbessern!
  • Ist es nur die mangelnde Bekanntheit? Dann hilft internes Marketing!
  • Oder fehlt die erforderliche Akzeptanz? In dem Fall sollte kritisch hinterfragt werden, wie weit das Krankenhaus auf dem Weg zur Wissensorganisation bereits gekommen ist – und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Wissensmanagement ist mehr als nur IT

Während technische Fragen von den IT-Verantwortlichen geklärt und gelöst werden müssen, stellen kommunikative und kulturelle Aspekte eine gesamtorganisatorische Aufgabe da. Ausgehend von der Klinikleitung sollte das Thema Wissensmanagement an die Mitarbeiter herangetragen werden. Die Beschäftigten müssen die Mehrwerte von Wissensmanagement erkennen. Dazu zählt insbesondere die Verfügbarkeit von relevantem Wissen auf Knopfdruck und die stationsübergreifende Datennutzung. Für die Mitarbeiter macht sich das vor allem durch kürzere Suchzeiten, weniger manuelle Eingaben und geringere administrative Aufwände bemerkbar. Ihnen bleibt mehr Zeit – für sich selbst (Stichwort Pausen) und die Arbeit am Patienten.

Eine Frage der Klinikkultur

All das wird jedoch nur funktionieren, wenn die Klinikleitung die Voraussetzungen für Wissensmanagement auch auf organisationaler Ebene schafft. Gemeint sind damit wissensförderliche Rahmenbedingungen – von der Kommunikation auf Augenhöhe über wertschätzendes Feedback bis hin zur Fehlertoleranz. Die meisten Krankenhäuser sind davon noch meilenweit entfernt. Umso wichtiger ist es, dass die Führungsriege mit gutem Beispiel vorangeht.

Der klinikweite Wissensmanager als Schlüsselfigur

Und was hat das mit der Krankenhaus-IT zu tun? Sie ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zum Wissensmanagement – und wird in Zukunft mit Sicherheit noch weiter an Bedeutung gewinnen. Allein kann sie Wissensmanagement aber nicht steuern. Dafür braucht sie Verbündete in den anderen Organisationsbereichen, allen voran in der Personalentwicklung und dem Management. Idealerweise steht der Krankenhaus-IT ein klinikweiter Wissensmanager zur Seite. Dann nämlich wird es möglich, dass sich die IT-Spezialisten ausschließlich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: die Optimierung und Entwicklung der technischen Geräte und Programme. Der Wissensmanager steht als Bindeglied zwischen allen Beteiligten. Er nimmt die Sorgen und Vorschläge aus der IT auf, bespricht und verhandelt sie mit allen anderen relevanten Bereichen – und findet einen Konsens. Erst wenn klar ist, was getan werden muss, wendet er sich mit einem konkreten Anforderungskatalog wieder an die IT. Er sorgt damit dafür, dass jeder das macht, was er am besten kann.

nl/KWM
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