Was bedeutet Wissensmanagement für HR-Verantwortliche?

Personal © DOC RABE Media/ Adobe.Stock.com

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Wissensmanagement wird häufig mit IT-Projekten assoziiert – dazu zählen beispielsweise die Implementierung eines Krankenhausinformationssystems (KIS), die Digitalisierung von Patientenakten oder die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Wissensmanagement ist aber noch viel mehr – und vor allem beschränkt es sich nicht nur auf technische Aspekte. Das zeigt sich zum Beispiel in der Personalabteilung. Der Grad des Wissensmanagements im HR-Bereich entscheidet maßgeblich über die Zukunft der Krankenhäuser.

Kliniken im Demografie-Dilemma

Der demografische Wandel gehört derzeit zu den wichtigsten Schlagwörtern – in der Gesellschaft allgemein, aber ganz speziell auch im Gesundheitswesen. Schließlich bekommen Kliniken & Co. die Auswirkungen, anders als andere Branchen, gleich auf mehreren Ebenen zu spüren:

  • Zum einen haben sie mit einem zunehmenden Fachkräftemangel zu kämpfen. Pfleger, Ärzte, Therapeuten und Verwaltungsmitarbeiter sind rar. Da geht es Krankenhäusern nicht anders als der übrigen Wirtschaft auch. Nur dass sie aufgrund der hohen Arbeitsbelastung, geringer Flexibilität und ihrer wirtschaftlichen Situation (Stichwort Gehälter) im direkten Vergleich mit anderen Arbeitgebern oftmals als weniger attraktiv gelten als ihre Wettbewerber.
  • Zum anderen – und das unterscheidet die Situation im Gesundheitswesen maßgeblich von allen anderen Branchen – führt der demografische Wandel zu einer steil ansteigenden Nachfrage. Und zwar im Sinne von höherem Patientenaufkommen. Immer mehr ältere Menschen brauchen medizinische Hilfe. Aufgrund der steigenden Alterserwartung handelt es sich dabei zunehmend um multimorbide Patienten mit besonders hohem Versorgungsbedarf. Der lässt sich aber nur mit einer entsprechenden Personalausstattung decken. Ein Teufelskreis.

HR-Abteilung als zentraler Knotenpunkt für das Wissensmanagement

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Um das beurteilen zu können, reicht bereits ein kurzer Blick auf die aktuellen Geburtenraten. Zuwanderung bietet einen möglichen Ansatzpunkt, wird aber auch bei optimistischer Planung nicht ausreichen, um die demografischen Herausforderungen im Gesundheitswesen nachhaltig lösen zu können.

Der einzig gangbare Weg liegt momentan im Wissensmanagement – und damit in der Hand jedes einzelnen Krankenhauses. Die Umsetzung muss idealerweise ganzheitlich erfolgen. Ein zentraler Knotenpunkt für die Realisierung liegt in der Personalabteilung. Hier werden mit Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung die Weichen dafür gestellt, dass Kliniken ihren Versorgungsauftrag auch zukünftig noch erfüllen können.

Welche Wissensmanagement-Aufgabe haben HR-Manager?

Die Personalabteilung im Krankenhaus hat von Haus aus sehr viel zu tun. Das liegt schon allein an der hohen Mitarbeiterzahl. Doch bislang beschränkt sich der Bereich „Human Resources“ maßgeblich auf administrative Tätigkeiten. Im Zuge des demografischen Wandels muss das HR-Management aber unbedingt strategische Bedeutung erlangen. Denn die Herausforderungen der HR-Verantwortlichen entscheiden maßgeblich über den künftigen Erfolg der gesamten Organisation. HR-Experten im Krankenhaus müssen dabei an mehreren Stellen gleichzeitig aktiv werden:

  • Zum einen geht es darum, die Klinik mit Hilfe von Employer Branding als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Entsprechende Maßnahmen zielen zunächst auf die nachhaltige Bindung des bereits bestehenden Personals. Darüber hinaus geht es darum, potenzielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen und als neue Mitarbeiter zu gewinnen.
  • Zum anderen sind Kliniken dringend gefordert, die Altersstruktur ihrer Belegschaft zu analysieren und Austrittsszenarien zu entwerfen. Konkret geht es dabei um die Sicherung des wertvollen (Erfahrungs-)Wissens bald ausscheidender Mitarbeiter. Verlassen jahrzehntelange Ärzte, Pfleger, Therapeuten oder Beschäftigte aus der Verwaltung das Krankenhaus, nehmen sie in der Regel ihr gesamtes Know-how mit in den Ruhestand. Ihre Nachfolger haben keinerlei Möglichkeit mehr, sie nach Prozess- oder Beziehungswissen zu fragen – weil es schlichtweg nirgends dokumentiert wurde.

Wissensmanagement als Fundament

Die Zeit drängt. Ältere Mitarbeiter nehmen ihr Wissen mit in Rente. Neues Personal fehlt an allen Stellen. Das System steht auf wackligen Beinen. Wissensmanagement kann das entsprechende Fundament bieten, um dem demografischen Wandel die Stirn zu bieten. Auch und gerade im Krankenhaus!

nl/KWM
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