Was macht gute Beratung aus?

Es gibt hartnäckige Vorurteile gegen Berater: Sie kosten viel Geld, wissen alles besser und sind stets mit ellenlangen PowerPoint-Präsentationen „bewaffnet“. In der Praxis werden sie daher oft argwöhnisch beäugt. Schließlich kennen sie die internen Klinikabläufe überhaupt nicht. Wie sollen sie da zu deren Verbesserung beitragen? Gute Beratung will aber gar keine Patentrezepte überstülpen oder eine „One-fits-all“-Lösung verkaufen. Vielmehr geht es um einen unverstellten Blick von außen, der neben Erfahrung auch neue Impulse mit ins Haus bringt.

Auf Kernkompetenzen fokussieren

Es gibt unzählige Bereiche, in denen eine Klinik Beratungsleistungen in Anspruch nehmen kann – angefangen beim Beschaffungsprozess über die Einführung elektronischer Patientenakten bis hin zur Implementierung von Unified Communications, intelligenter Bedsides Services und Asset Tracking. Ziel muss es sein, mit einem Berater einen unabhängigen Experten mit an Bord zu holen, der umfangreiches Fach- und vor allem Marktwissen mitbringt. Genauso wie sich Mediziner mit neuesten Behandlungsmethoden und Therapieansätzen – sowie deren Erfolgswahrscheinlichkeiten – auskennen, weiß ein Digitalisierungsexperte, welche Trends es aktuell gibt und wohin die digitale Reise kurz-, mittel- und langfristig führen wird.

Branchenexpertise zählt

Allerdings ist im Gesundheitswesen vieles anders als in anderen Branchen. Daher sollte sich ein Beratungshaus mit den besonderen Gegebenheiten im Health Sector auskennen und bereits Umsetzungserfahrung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen etc. gesammelt haben. Idealerweise besteht zu den früheren Kunden des Beraters ein so gutes Verhältnis, dass er einen Kontakt herstellen kann. Auf diese Weise wird es möglich, einen objektiven Eindruck zu den Beratungsqualitäten zu erhalten und das Für und Wider auf Augenhöhe abzuwägen.

Miteinander statt gegeneinander

Und schließlich geht es darum, einen gemeinsamen Weg zu finden. Nicht der Berater bestimmt die Stoßrichtung, er gibt nur Impulse und Empfehlungen. Gemeinsam gilt es dann, eine Strategie zu entwickeln, die die Ideen des Beraters berücksichtigt, aber zum Leitbild, zur Strategie und zum Mindset des Krankenhauses passt.

Mittendrin statt nur dabei

Ein guter Berater mischt sich „unters Volk“. Er belehrt nicht von oben herab, sondern ist zunächst offen für Neues. Er fragt nach, ist interessiert und möchte den spezifischen „Klinik-Spirit“ kennen lernen, um bestmöglich und im Sinne der Organisation beraten zu können. Genau das ist aber nicht vom weit entfernten Schreibtisch oder in einem PowerPoint-lastigen Meeting möglich – sondern durch ehrliches Interesse und ein offenes Ohr an der Basis.

Der Kunde entscheidet

Berater müssen für die Umsetzungsstrategie einen ganzen Blumenstrauß an Methoden mitbringen, aus denen dann gemeinsam der richtige Mix gefunden wird. Auch Tools dürfen nicht „verordnet“, sondern müssen in ihrer Auswahl begründet und zur Wahl gestellt werden. Berater sind Dienstleister, die mit ihrem Wissen punkten sollen, es aber niemals aufzwingen dürfen.

Auf ein Wiedersehen?

Die beste Beratung ist natürlich die, die sich selbst überflüssig macht. Weil sie wirkt – und die Klinik in die Lage versetzt, künftig ohne externe Beratung auszukommen. Eine gute Beratung ist aber auch dadurch gekennzeichnet, dass man – bei Bedarf – gerne wieder zusammenarbeiten würde. Und zwar auf beiden Seiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.