Weg mit den Sektorengrenzen!

Moderne Medizin ist ohne IT und integrierte Wissensmanagement-Lösungen nicht mehr vorstellbar. Doch noch immer gelingen die Informationsflüsse im Krankenhaus nicht reibungslos. Vor allem die Sektorengrenzen sind es, die das Datenmanagement ineffizient, aufwändig und zeitintensiv machen. Gerade im Zuge der dringend erforderlichen Digitalisierung im Gesundheitssektor gilt es daher, durchgängige Prozesse zu etablieren und so eine einrichtungsübergreifende Behandlung zu erleichtern.

Das System ist Schuld

Sektorengrenzen waren bisher unter anderem durch administrative Prozesse begründet. So konnten Patientenakten in Form althergebrachter Ordner oder Kladden nicht gleichzeitig beim Hausarzt und in der Klinik lagern. Das Anfordern fehlender Befunde hätte zu viel Zeit gekostet. Also wurden sie durch Doppeluntersuchungen kompensiert. Die Folge waren – und sind noch immer – hoher Aufwand und zusätzliche Kosten für alle Beteiligten, also für Ärzte, medizinische Fachangestellte und Krankenhäuser, Labore, Versicherungen sowie den Patienten selbst. Der Grund dafür liegt vorrangig im System begründet.

Digitalisierung als Chance

Doch endlich gibt es Licht am Ende des Tunnels! Die Digitalisierung macht Daten, Informationen und Wissen immer und überall verfügbar. Daher ist sie derzeit DAS zentrale Thema des Wissensmanagements. Der Nutzen zeigt sich insbesondere im medizinischen Alltag: Röntgenbilder, Ultraschallaufzeichnungen, Laborwerte, Vitaldaten – alle für eine Diagnose oder Therapie erforderlichen Informationen sind dank digitaler Speicherung und optimaler Vernetzung fortan auf Knopfdruck verfügbar.

Die praktische Umsetzung fehlt

Theoretisch zumindest. In der Praxis hapert es allerdings noch. Erst die wenigsten Einrichtungen haben ihre Akten und Archive vollständig digitalisiert. Von einer einrichtungsübergreifenden Vernetzung sind sie noch meilenweit entfernt. Dabei würden damit zahlreiche Probleme des gesamten Gesundheitswesens entschärft. Digitalisierung schont Ressourcen und genau die sind derzeit so rar wie nie zuvor. Zudem spart Digitalisierung Zeit und Geld – zwei Aspekte, die im Optimierungsstreben der Krankenhäuser ganz oben auf der Agenda stehen.

Silo-Denken aufbrechen

Egal ob Pflegesektor, ambulante oder stationäre Medizin – Ziel ist es doch, den Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten. Dazu gehören aber nicht nur Fachkompetenz und Empathie, sondern auch administrative Prozesse, die die wenigen verfügbaren Ressourcen nicht zusätzlich binden. Vielmehr sollen sie reibungslos im Hintergrund ablaufen und unterstützend wirken. Schnell, kostengünstig und effizient heißt hier die Devise.

Zwei Schritte zum Ziel

Der Weg dorthin führt über das Wissensmanagement, das alle Beteiligten, deren IT und die bei ihnen vorliegenden Patientendaten optimal vernetzt. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte muss in den Köpfen der Sektorenverantwortlichen stattfinden. Nur wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen, können sie die bestehenden (Daten-)Gräben überwinden und die Tore zur einer digitalen Zukunft öffnen.

nl/KWM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.