Weißbuch Patientensicherheit in Berlin vorgestellt

Patientensicherheit © 9dreamstudio/Adobe.stock.com

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Vor wenigen Tagen haben das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) gemeinsam mit dem Autor Professor Matthias Schrappe (Universität Köln) das „Weißbuch Patientensicherheit“ in Berlin vorgestellt. Darin werden unter anderem ein erweitertes Verständnis von Patientensicherheit, eine Patientensicherheitskultur in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie eine aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten gefordert.

Bewusstsein für Patientensicherheit ist gewachsen

In Sachen Patientensicherheit sei in den letzten Jahren schon einiges erreicht worden, betonten die Beteiligten: OP-Checklisten, Aktion „Saubere Hände“, Fehlermeldesysteme oder ein verpflichtendes Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern seien gute Beispiele für dieses wachsende Bewusstsein und Engagement.

Viele „unerwünschte Ereignisse“ wären vermeidbar

Dennoch gebe es weiteren Verbesserungsbedarf in allen Bereichen des Gesundheitswesens. In den Krankenhäusern verliefen bereits 90 bis 95 Prozent aller Krankenhausbehandlungen ohne Zwischenfälle. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten treten pro Jahr jedoch „unerwünschte Ereignisse“ auf, von Drückgeschwüren über Fehldiagnosen bis hin zu schweren Infektionen. Vermeidbar wären bis zu 800.000 dieser „unerwünschten Ereignisse“.

Patientensicherheit ist mehr als die Vermeidung von Komplikationen

Patientensicherheit werde heute fast ausschließlich aus der Perspektive der Einrichtungen und für operative Akuterkrankungen, wie zum Beispiel der Komplikationen einer „Hüft-OP“, diskutiert. „Patientensicherheit ist jedoch mehr als die Vermeidung bestimmter Komplikationen“, so Schrappe. „Sie muss auch als Eigenschaft von Teams, Organisationen und sogar des gesamten Gesundheitswesens verstanden werden.“

Patienten im Mittelpunkt

„Wir stellen bei unseren Bemühungen um Patientensicherheit die Patientenperspektive in den Mittelpunkt“, sagte Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS. „Patienten und Angehörige müssen als aktive Partner in die Verbesserung der Patientensicherheit einbezogen werden.“ Das APS hatte das Projekt der Erstellung des Weißbuchs ins Leben gerufen und intensiv begleitet. Im Rahmen der Patientensicherheitsoffensive fordert das APS unter anderem, dass Patientensicherheit fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung aller im Gesundheitswesen Tätigen wird und Verantwortliche für Patientensicherheit eingesetzt werden. „Es muss allen klar sein, dass Patientensicherheit Führungsverantwortung ist“, ergänzte François-Kettner. „Die gute Nachricht ist: Patientensicherheit ist kein Kosten-, sondern ein Erfolgsfaktor!“

Einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme gefordert

Zu den Forderungen von APS und vdek gehören unter anderem eine bundeseinheitliche Hygienerichtlinie oder eine Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Sepsis als Notfall. Auch die Einführung von einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystemen an allen Krankenhäusern sowie die Einbeziehung der Erfahrungen von Patienten und Angehörigen durch Fragebögen, um Fehlerquellen aufzudecken, sei wichtig.

Patientensicherheit ist Leitschnur des Handelns in deutschen Krankenhäusern

„Es ist erfreulich, dass das Aktionsbündnis Patientensicherheit klar feststellt, dass Vieles erreicht wurde. Auffällig ist, dass die positiven Entwicklungen alle in den Krankenhäusern stattgefunden haben. Andere Bereiche des Gesundheitswesens werden hier nicht genannt. Dies zeigt, dass die Kliniken eine klare Vorreiterrolle einnehmen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum.

Die komplette Version des APS-Weißbuchs Patientensicherheit sowie eine englische und deutsche Kurzfassung sind ab sofort kostenfrei verfügbar unter:
http://www.aps-ev.de/aps-weissbuch/ .

Weißbuch Patientensicherheit © MWVMatthias Schrappe
Weißbuch Patientensicherheit
MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Berlin 2018

 

 

 

Quellen:
Das APS-Weißbuch Patientensicherheit: Startschuss für eine dringend erforderliche Patientensicherheitsoffensive: Sieben Forderungen für mehr Patientensicherheit,
Gemeinsame Pressemitteilung von Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) und Prof. Dr. Matthias Schrappe, 16.8.2018
DKG zum Weißbuch von vdek und APS: Patientensicherheit ist die Leitschnur des Handelns, Pressemeldung der DKG, 16.8.2018

cp/KWM
Bildquelle: © 9dreamstudio/Adobe.stock.com und MWV

 

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