Weiterbildung im Krankenhaus: Besser lernen durch Wissensmanagement?

eLearning im Krankenhaus

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Weiterbildung ist ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags für alle Beschäftigten im Krankenhaus. Neben Pflichtschulungen geht es insbesondere darum, die Kompetenzen im eigenen Fachgebiet auszubauen und so die Patientenversorgung und -sicherheit zu gewährleisten. Durch gezielte Maßnahmen im Wissensmanagement kann es gelingen, die Weiterbildung in den Dienst der gesamten Organisation zu stellen. Zudem gibt es Techniken, das Erlernte an Kollegen weiterzugeben und so den Praxistransfer sowie den Return on Investment (ROI) der Maßnahme zu erhöhen.

Weiterbildung im Dienst der Klinikentwicklung

Krankenhäuser sind angehalten, strategisch zu planen. Dazu gehört unter anderem, dass die Verantwortlichen Wissensziele definieren. So legen sie beispielsweise in ihrer Wissensbilanz fest, wohin sich die Organisation kurz-, mittel- und langfristig entwickeln möchte und welche Wissensbausteine dafür erforderlich sind. Das verlangt seit einigen Jahren auch die Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001:2015. Kliniken müssen demnach konstatieren, welches Wissen sie zur Erreichung ihrer Organisationsziele benötigen, welches Know-how bereits intern vorhanden ist und wo noch Wissenslücken existieren – und wie sich diese nachhaltig schließen lassen.

Weiterbildung ist unter diesem Gesichtspunkt also kein Selbstzweck. Auch dient sie nicht ausschließlich der individuellen Kompetenzentwicklung. Vielmehr steht sie im Dienst des großen Ganzen und trägt ihren Teil zur Klinikentwicklung sowie zur Realisierung der hauseigenen Vision bei.

Weiterbildung – Wissen für viele

Allerdings bedeuten Weiterbildungen immer auch einen enormen Organisationsaufwand. Mitarbeiter sind oft für mehrere Tage außer Haus. Das heißt, sie müssen adäquat vertreten werden. Angesichts immer dünner werdender Personaldecken ist das keine leichte Aufgabe. Zudem muss anschließend der Transfer in die Praxis gelingen. Gerade die zeitliche und räumliche Trennung von Schulung und Krankenhausalltag erschweren diesen Prozess. Hinzu kommt, dass in der Regel nur einzelne Mitarbeiter zu wichtigen Schulungen reisen können. Alle anderen sind gefordert, den Krankenhausbetrieb aufrechtzuerhalten.

Wissensmanagement setzt an zwei Stellschrauben an

Zum einen bildet der Wissenserwerb einen wichtigen Baustein im Wissenskreislauf nach Probst et. al. Demnach folgt auf das Lernen die Speicherung von Wissen, um das Know-how anschließend verteilen, nutzen und weiterentwickeln zu können. Daher sollte neues Wissen niemals ausschließlich in den Köpfen der Weiterbildungsteilnehmenden bleiben, sondern in einem standardisierten Prozess expliziert werden. Die Umsetzung kann schriftlich in Wikis erfolgen oder mündlich in Form von Inhouse-Workshops. Auch das Intranet, die Mitarbeiterzeitschrift oder eine Mindmapping-Software bieten hier vielfältige Ansatzpunkte. Zum anderen gilt es (gerade in Zeiten von Corona) über digitale Wissenserwerbsmodelle nachzudenken. Eingebettet in das tägliche Arbeitsumfeld erlauben sie, mehr Mitarbeiter zu schulen. Zudem erhöhen sie den Wissenstransfer in die Praxis, da neue Methoden direkt ausprobiert und angewendet werden können.

nl/KWM

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