Welche Bedeutung hat Wissensmanagement für die Medizin?

Wissensmanagement © XtravaganT/ Adobe.Stock.com

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Wissensmanagement, braucht man das im Krankenhaus überhaupt? Sollte es nicht vor allem um das Patientenwohl und die Patientensicherheit gehen? Angesichts von künstlicher Intelligenz, Big Data und Internet der Dinge kann qualitativ hochwertige Medizin ohne Wissensmanagement künftig gar nicht mehr gelingen. Schließlich handelt es sich im Gesundheitswesen um wissensintensive Dienstleistungen. Und nur wer die gesamtverfügbare Faktenlage im Blick hat, kann adäquat entscheiden und auf Basis optimal vernetzter Prozesse umgehend handeln.

Diagnosen exakt stellen, individuelle Therapien festlegen

Was hat der Patient? Und wie können wir ihm am besten helfen? Big Data macht es möglich, Wissen aus weltweit erhobenen Daten abzuleiten. Der Vergleich globaler Therapieverläufe gibt wertvolle Anhaltspunkte, welches Vorgehen am schnellsten zum Erfolg führt und die geringsten Nebenwirkungen mit sich bringt. Zudem sehen intelligente Assistenten mehr als das menschliche Auge. Auf Basis von Mustererkennung und maschinellem Lernen können smarte Helfer Ultraschallbilder, Röntgenaufnahmen und MRT-Ergebnisse zuverlässig auf Unregelmäßigkeiten überprüfen. Voraussetzung – für Big Data ebenso wie für die Mustererkennung und jede andere Wissensmanagement-Anwendung – sind allerdings digital verfügbare Daten. Nur was elektronisch erfasst ist, lässt sich vernetzen und kollaborativ nutzen.

Zeit ist Geld und Patientenwohl

Medizin ist keine One-Man-Show. Natürlich funktioniert qualitativ hochwertige Medizin nicht ohne gut ausgebildete und erfahrene Ärzte. Aber Medizin ist immer auch Teamarbeit. Das beginnt bei der Erfassung der Patientendaten, geht über die Pflege und hört bei der OP-Vorbereitung noch lange nicht auf. Nur wenn alle Beteiligten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, lässt sich der hohe Qualitätsanspruch in der Medizin tatsächlich erfüllen. Kommt es hingegen zu Kommunikationspannen, gehen Daten verloren oder hakt es bei der Abstimmung, leidet die Qualität. Zudem kosten solche Fehler wertvolle Zeit. In einem Berufsfeld, in dem Sekunden entscheidend sind, wiegt dieser Aspekt besonders schwer. Zudem ist Zeit ein Kostenfaktor. Sind die Ressourcen der Mitarbeiter bei der Suche nach wichtigen Informationen oder der täglichen Prozesskoordination gebunden, fehlen sie beim Patienten. Wissensmanagement setzt genau hier an: Es analysiert bestehende Prozesse auf ihre Optimierungspotenziale und gestaltet sie so schlank und effizient wie möglich.

E-Health gehört die Zukunft

Immer weniger medizinisches Fachpersonal trifft auf eine immer ältere und damit pflegebedürftigere Gesellschaft. Der Bedarf an medizinischer Versorgung in den verschiedensten Ausprägungen wird in den nächsten Jahren eklatant steigen. Schon heute sind Notaufnahmen permanent überlastet, in ländlichen Regionen kann die Gesundheitsversorgungen mitunter nicht mehr gewährleistet werden. Digitale Angebote werden daher an Bedeutung gewinnen. Das schließt den elektronischen Austausch mit und zwischen den verschiedenen Dienstleistern im Gesundheitswesen ebenso ein wie den Ausbau von Tele- und Videosprechstunden. Digitale Rezepte, elektronische Abrechnungen und das systematische Monitoring von persönlichen Gesundheitsdaten werden schon bald zu den Must-haves der Medizin gehören. Wissensmanagement ebnet den Weg, indem es die dafür erforderlichen Daten erhebt, verwaltet, sichert und verfügbar macht. Es trägt damit einen erheblichen Anteil dazu bei, die hohe Qualität im Gesundheitswesen aufrechtzuerhalten und die heutige medizinische Versorgung zukunftsfähig zu machen.

nl/KWM
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