Weltnichtrauchertag: Jede dritte Pflegekraft raucht

Rauchen aufgeben © mbruxelle/Adobe.Stock.com

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Laut einer Umfrage, die im März am Rande des Pflegetages in Berlin vorgestellt wurde, rauchen Pflegekräfte häufiger als der Durchschnitt der Bevölkerung. 31 Prozent der Alten- und Krankenpflegekräfte hierzulande greifen regelmäßig zur Zigarette, im Schnitt rund 19 Mal je Arbeitstag. Unter den Pflegeschülerinnen und -schülern raucht derzeit sogar jeder Zweite. Angebote seitens der Kliniken können Mitarbeiter beim Rauchstopp unterstützen.

Rauchpausen dienen oft dem Stressabbau

Viele der Befragten (35 Prozent) zieht es gemeinsam mit Kollegen zum Rauchen vor die Tür. 28 Prozent gaben an, mit dem Rauchen Stress- und Belastungssituationen zu begegnen. Nur jede sechste befragte Pflegekraft (15 Prozent) bezeichnete ihre Arbeitsbedingungen als „absolut in Ordnung“, 53 Prozent stellten einen Zusammenhang zwischen Beruf und Rauchen her, so ein Bericht der Ärztezeitung. Die Frage, ob sie in den vergangenen 12 Monaten versucht hätten, mit dem Rauchen aufzuhören, verneinten 77 Prozent der Teilnehmer. Über die Hälfte (57 Prozent) hat noch nie einen Versuch unternommen. Für die Studie wurden 120 examinierte Pflegekräfte, darunter 30 in leitenden Funktionen, befragt.

Rauchende Mitarbeiter sind teuer

Abgesehen von dem Gesundheitsrisiko, das Rauchen für die Mitarbeiter birgt, kosten die Raucherpausen wertvolle Personalressourcen. Bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse rechnete eine Krankenschwester vor, dass rauchende Kollegen im Schnitt eine Schicht pro Woche wegen des Rauchens vor der Tür ihrer Station verbrächten.

Bereits in der Ausbildung Angebote für Mitarbeiter schaffen

In einigen Kliniken gibt es deshalb schon Initiativen, die Mitarbeiter dabei unterstützen, das Rauchen aufzugeben, beispielsweise in Form von Inhouse-Angeboten zu Stress- und Suchtprävention. Darüber hinaus gibt es Projekte wie „astra – Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege“. Die Initiative wendet sich gezielt an Pflegeschulen und Ausbildungsstationen und bindet damit auch den Klinikbetrieb mit ein. Das Programm hat sich zum Ziel gesetzt, im günstigsten Fall den Raucheinstieg zu verhindern, den Konsum von Zigaretten zu reduzieren oder Mitarbeiter zur Aufgabe zu bewegen. Damit die Umsetzung auch in der Praxis gelingt, sind die teilnehmenden Klinikstationen ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Die Teilnehmer analysieren ihre persönlichen Stressquellen, suchen nach konkreten Lösungen und lernen besser damit umzugehen. Des Weiteren üben sie, standfest zu bleiben, in schwierigen Situationen Rauchangebote abzulehnen und Erholungspausen einzufordern. Darüber hinaus können die Schüler an einem „Rauch-Stopp-Kurs“ teilnehmen.

Der Schritt zur rauchfreien Klinik

Noch einen Schritt weiter geht das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen DNRfK e.V. Es ist ein Zusammenschluss von Einrichtungen, die sich nicht nur für den allgemeinen Nichtraucherschutz engagieren, sondern auch Patienten oder Heimbewohner aktiv dabei unterstützen, das Rauchen aufzugeben.

Quellen:
Klinik ohne Kippen, KWM-Beitrag vom 30.5.2016
Studie: Rauchen ist das Laster der Pflegekräfte, Ärztezeitung online, 20.3.2019
Mit dem Rauchen aufhören? Was tun, wenn es nicht klappt? Pflegen-online.de, 15. Januar 2019

cp/KWM
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