Wer kann was? Kompetenzmanagement als Chance & Herausforderung

Kompetenzmanagement Klinik

©Thieme & Frohberg GmbH

Über welche Kompetenzen verfügt Ihre Klinik? Wie verteilen sich die vorhandenen Kompetenzen auf die einzelnen Mitarbeiter? Und welche Lücken im organisationalen Kompetenzportfolio gibt es, die geschlossen werden müssen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen gibt das Kompetenzmanagement. Angesiedelt im Personalbereich analysiert es systematisch den Status quo der Kompetenzentwicklung und gleicht diesen Ist- mit dem angestrebten Soll-Zustand ab. Auf diese Weise lassen sich Weiterbildungsbedarfe vorausschauend identifizieren und bedarfsorientiert planen.

Was ist Kompetenzmanagement?

Kompetenzmanagement ist eine klassische Aufgabe des Wissensmanagements – schließlich geht es darum, Wissensbestände zu evaluieren und notwendige Wissenszuwächse zu ermitteln. Dafür ist es zunächst erforderlich,

  • den existierenden Kompetenzstand transparent zu machen,
  • die Wege der Wissenskommunikation und des -transfers offenzulegen,
  • die Nutzung und Anwendung von Kompetenzen zu analysieren und
  • die künftige Kompetenzentwicklung zu skizzieren.

Anders als das oft viel weiter verbreitete Skillmanagement hat das Kompetenzmanagement dabei auch eine strategische Bedeutung: Es zielt darauf ab, diejenigen Kompetenzen auf- und auszubauen, die für die strategische Zielsetzung der gesamten Organisation erforderlich sind.

Welche Kompetenzen stehen im Fokus?

Neben der Fachkompetenz – also zum Beispiel medizinisches und pflegerisches Wissen – stehen insbesondere die Methoden- und Sozialkompetenz im Fokus des Kompetenzmanagements:

  • Die Methodenkompetenz beschreibt das „Wie“ des Handelns. Es beinhaltet unter anderem die Beherrschung unterschiedlicher Präsentationstechniken, aber auch die adressatengerechte Weitergabe von Wissen (z.B. im Arzt-Patienten-Gespräch).
  • Die Sozialkompetenz beantwortet das „Warum“ des Handelns. Dazu gehören Kontakt- und Konfliktfähigkeit ebenso wie Veränderungsbereitschaft und Teamdenken. Die Sozialkompetenz ist wie keine andere Fähigkeit nahezu untrennbar mit dem individuellen Erfahrungsschatz und der Persönlichkeit verbunden.

Kompetenzmanagement als Chance …

Gerade angesichts des demografischen Wandels und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel macht ein klinikweites Kompetenzmanagement durchaus Sinn. So lässt sich nicht nur ablesen, welche Kompetenzen vorhanden sind oder noch benötigt werden. Vielmehr ist auch ersichtlich, welche Kompetenzen nur auf wenige – oder gar nur auf einzelne – Köpfe verteilt sind und im Falle eines Ausscheidens aus der Organisation vollständig verloren wären.

Zudem trägt das Kompetenzmanagement nachhaltig zur Entlastung der Personalabteilung und zur Etablierung zu einer mitarbeiterfokussierten Weiterbildungsstrategie bei. Auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten rechnet sich ein Kompetenzmanagement, weil Weiterbildung bedarfsgerecht stattfindet – ein Gesichtspunkt, der vor dem Hintergrund des steigenden Kostendrucks im gesamten Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung gewinnt.

… und als Herausforderung

Allerdings kann sich Kompetenzmanagement auch als große Herausforderung erweisen – vor allem dann, wenn es große Weiterbildungsbedarfe aufdeckt und schnell viele Mitarbeiter geschult werden müssen. Dann gilt es, Inhalte zu generieren, die sich mehrfach verwerten und individuell anpassen lassen. Das ist in der Regel am besten über ein Lern-Management-System realisierbar.

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