Wer weiß was? Das organisationale Wissen im Blick

Mindmap Wissen © strichfiguren.de / Adobe.Stock.com

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Auf den ersten Blick ist das Wissen in Krankenhäusern klar strukturiert und eindeutig identifizierbar. Anhand der Stationen und Abteilungen ist jederzeit ersichtlich, wo welches Fachwissen zu suchen ist. Und doch besteht die „Wissensorganisation Krankenhaus“ nicht nur aus medizinischem Know-how. Wichtig sind darüber hinaus insbesondere das Prozess- und Beziehungswissen. Es gilt nicht ohne Grund als „Klebstoff“ der Organisation. Es hält die einzelnen Akteure zusammen, macht sie zu einer Gemeinschaft und sorgt dafür, dass Abläufe reibungslos funktionieren.

Experten identifizieren – warum?

Nur ein verschwindend geringer Teil des Wissens ist explizit. Man geht von einem Anteil zwischen zehn und maximal 30 Prozent aus. Der Großteil des Know-hows hingegen liegt, auch in Krankenhäusern, im Verborgenen. Speicherorte sind in der Regel die Köpfe der Mitarbeiter. Denn implizites Wissen speist sich größtenteils aus Erfahrungen – und die sind nahezu untrennbar mit ihren Wissensträgern verbunden.

Das heißt aber, dass Kliniken nur weniger auf als ein Drittel des gesamten Wissensschatzes Zugriff haben. Wenn überhaupt. Im Zuge des demografischen Wandels sollten sie aber auch die übrigen 70 bis 90 Prozent erschließen. Anderenfalls droht ihnen beim Ausscheiden von Mitarbeitern ein unkontrollierter Wissensverlust. Um noch nicht gesichertes, wettbewerbskritisches Wissen rechtzeitig sichern zu können, müssen Krankenhäuser aber zunächst herausfinden, über welches Know-how die Organisation überhaupt verfügt und wer dieses Schlüsselwissen innehat.

Experten identifizieren – wie?

Im Wissensmanagement mangelt es nicht an Ansätzen zur Expertenidentifikation. So lassen sich

  • mit dem Kompetenzrad einzelne Wissensträger identifizieren,
  • mit der Wissensträgerkarte Kompetenzen innerhalb kleinerer Teams bestimmen und
  • mit der Skill-Matrix Experten in großen Gruppen benennen.

Wichtig ist aber nicht nur der einzelne Experte, sondern sein Zusammenwirken mit Kollegen, Patienten und Vorgesetzten. Daher dürfen die Expertenidentifikation und die anschließende Sicherung des wertvollen Know-hows niemals losgelöst von der Organisation stattfinden – sondern idealerweise kontextbezogen und eingebettet in die Klinikstruktur.

Komplexe Zusammenhänge veranschaulichen

Gerade in komplexen Organisationen, wie Kliniken, reichen Organigramme und Office-gestützte Dokumente in der Regel nicht aus, um tatsächlich Transparenz in den Wissensschatz zu bringen. Als praxistauglich erweist sich hingegen eine Methode, die der Denkweise des menschlichen Gehirns entspricht und komplexe Zusammenhänge auf ein verständliches Maß herunterbricht – nämlich mittels Visualisierung in Mindmaps.

Dank ihrer Baumstruktur lassen sich in Mindmaps Relationen und Verbindungen auf einen Blick erfassen, auch wenn es dabei um sehr detaillierte Informationen geht. Die Verästelung birgt für maximale Verständlichkeit und sorgt für die notwendige Gewichtung von Informationen. Auf diese Weise ist das Wissen jederzeit verständlich und nutzbar – auch von abteilungsfremden Kollegen.

Wird das Wissen mehrerer Klinikexperten in Mindmaps visualisiert, entsteht ein Gesamtbild des verfügbaren Wissensschatzes. Dabei handelt es sich aber nicht um eine statische Bestandsaufnahme, sondern vielmehr um ein lebendes Dokument, das wächst und sich verändert – abhängig von neuen Informationen und Erfahrungen. Damit dient es als wertvolles Instrument für die Organisationsentwicklung – zum Beispiel wenn es darum geht, offene Stellen zu besetzen oder Weiterbildungsangebote zu konzipieren.

nl/KWM
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