Wie kann der Aufbau von Digitalkompetenz gelingen?

Digitalkompetenz ist Lebenskompetenz. Sie sorgt dafür, sich in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zurechtzufinden. Daher muss Digitalkompetenz fester Bestandteil sowohl der schulischen als auch beruflichen Aus- und Weiterbildung sein. Das gilt für das Gesundheitswesen umso mehr, denn nur digitalkompetentes Fachpersonal kann den Wünschen und Bedürfnissen digitalkompetenter Patienten begegnen.

Unscharfe Begrifflichkeiten

Digitalkompetenz und Wissensmanagement haben eine große Gemeinsamkeit: Die Definition und Abgrenzung der Begriffe ist schwierig. Oft besteht kein einheitliches Verständnis, was mit diesen Schlagworten gemeint ist. Diese Herausforderung liegt unter anderem in der großen Themenvielfalt und der Heterogenität der beiden Begriffe begründet. Zudem sind sie permanent in Bewegung: Während sich Wissensmanagement in den vergangenen Jahren um Aspekte wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Vorbeugung von Wissensverlusten in Folge des demografischen Wandels erweitert hat, verschiebt sich der Fokus bei der Digitalkompetenz von der Handhabung mobiler Endgeräte hin zum Enttarnen von Fake News, der Etablierung digitaler Verwaltungsvorgänge oder dem kollaborativen Arbeiten in Pandemiezeiten.

Was ist Digitalkompetenz?

Laut DIHK – Gesellschaft für berufliche Bildung und in Anlehnung an den Europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen umfasst die Digitalkompetenz insgesamt fünf große Bereiche.[1] Dazu zählen:

  1. Umgang mit Daten und Informationen
  2. Kommunikation und Zusammenarbeit
  3. Datenschutz und Sicherheit
  4. Problemlösung
  5. Umgang mit Medien

Für die Arbeit im Gesundheitswesen sind all diese Aspekte relevant – ein ganzheitlicher Kompetenzaufbau muss also das Ziel sein.

Wer ist für den Aufbau von Digitalkompetenzen verantwortlich?

In der Studie „Digitale Kompetenzen – Wahrnehmung und Anspruch“[1] sieht die Mehrheit der Befragten Management und IT-Abteilung in der Verantwortung, aber auch jeden Mitarbeiter selbst. Schließlich sind Digitalkompetenzen nicht auf den beruflichen Bereich beschränkt, sondern eben Lebenskompetenz. Sie befähigen zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft und werden daher zunehmend zum Teil der (erweiterten) Basisbildung, zu der Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen gehören.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Lernende müssen den Bedarf sehen, um entsprechende Weiterbildungsangebote anzunehmen. Der digitale Wandel im Gesundheitswesen ist gerade in vollem Gange. Intelligente Medizingeräte und smarte Prozesse werden derzeit vielerorts eingeführt. Angesichts explodierender Datenfluten und neuen Wege des Datentransfers gewinnen Themen wie Datenschutz und IT-Sicherheit an Bedeutung. Und nicht zuletzt geht es darum, dass sich Jobprofile verändern. Digitale Kompetenzen sind in der Medizin zum Must-have geworden, ihre Bedeutung wächst kontinuierlich.

Kliniken können ihre Mitarbeiter ganz gezielt in der Anwendung einzelner Lösungen schulen oder sie in Sachen Datenschutz auf den neuesten Stand bringen. Wichtig ist, dass die Weiterbildung nicht als Einmal-Veranstaltung losgelöst vom Klinikalltag stattfindet. Für einen optimalen Wissenstransfer in die Praxis muss Weiterbildung – ganz im Sinne des lebenslangen Lernens – bedarfsorientiert und eingebettet in den individuellen Arbeitsablauf stattfinden. Angesichts der immer kürzer werdenden Halbwertszeit von Wissen ist Lernen auf Vorrat nicht mehr zielführend. Stattdessen braucht es Lernlösungen, die speziell auf die Bedürfnisse des Gesundheitswesens zugeschnitten sind und die Wissen kontextbezogen und mit einer integrierten Erfolgskontrolle vermitteln.


Quelle:

[1] https://www.ihk-digitalkompetenz.de/wp-content/uploads/2020/10/Digitalkompetenz_Check_Studie_Download.pdf

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