Wie Smart Delivery die KH-Logistik revolutionieren wird

Der Einkauf im Krankenhaus umfasst eine riesige Bandbreite: Darunter fällt nicht nur das Kopierpapier, sondern auch hochkomplexe Medizingeräte, die einwandfrei zur Verfügung stehen müssen. Die Bestände aktuell zu halten und mögliche Bedarfe rechtzeitig vorherzusehen, bindet dabei wertvolle Kapazitäten. Auf dem Weg zum Smart Hospital lassen sich an genau dieser Stelle riesige Ressourcen einsparen: Automatisierung, künstliche Intelligenz und Machine-to-Machine-Kommunikation ermöglichen, dass sich die einzelnen Warengruppen selbstständig monitoren und ab einer kritischen Menge eigeninitiativ nachbestellen.

Der Klinikeinkauf – gefangen im ewigen Hamsterrad

Wie viele Jodtabletten sind derzeit im Bestand? Welchen Bedarf wird es voraussichtlich geben? Welche äußeren Einflussbedingungen müssen berücksichtigt werden, die gegebenenfalls einen veränderten Bedarf indizieren können? Diesen und vielen anderen Fragen muss sich der Einkauf täglich stellen. Er muss regelmäßige Inventuren durchführen, um Ist- und Soll-Bestände zu überprüfen sowie die Verfügbarkeit jedes einzelnen Postens zu gewährleisten. Oftmals bindet diese Aufgabe so viele Ressourcen, dass der Einkaufsabteilung kaum Zeit für ihre eigentliche Hauptaufgabe bleibt – nämlich u.a. Angebote einzuholen, Preise zu vergleichen, Vertragsbedingungen zu verhandeln.

RFID-Chips monitoren den Bestand

Mithilfe intelligenter Logistikketten lässt sich das ändern. Im Rahmen der Digitalisierung und auf dem Weg zur Industrie 4.0 werden einzelne Produkte und ganze Warengruppen mit RFID-Technologie versehen und mit der Einkaufs-IT verbunden. Auf diese Weise meldet das Lager, wenn Rezept-Vordrucke oder aber Toilettenpapier ausgehen. Der verantwortliche Einkäufer wird darüber informiert und kann mit nur einem Klick den entsprechenden Bestellvorgang veranlassen.

GPS-Tracker geben Auskunft über den Lieferstatus

Doch damit nicht genug. Sind die für das Krankenhaus bestimmten Waren zusätzlich mit einem GPS-Sender versehen, lässt sich auch der anschließende Zustellprozess detailliert überprüfen. Sicherlich ist das nicht für jedes Produkt sinnvoll, aber gerade bei großen Medizingeräten oder Massenlieferungen ist es wichtig zu wissen, wann die Ware eintrifft.

Intelligentes Vertragsmanagement macht Einkäufer handlungsfähig

Eine weitere große Herausforderung im Einkauf ist das Vertragsmanagement. Es existieren unzählige Vertragspartner mit unterschiedlichsten Konditionen und Vertragslaufzeiten. Oft fehlt verantwortlichen Mitarbeitern aufgrund des hohen administrativen Aufwands im Einkauf schlichtweg die Zeit, um hier den Überblick zu behalten. Die Folgen sind mitunter fatal: Über Jahre bleiben Krankenhäuser an oft überholte Lieferbedingungen und Preiskalkulationen gebunden, weil sie zeitbedingt nicht rechtzeitig kündigen, um in Neuverhandlungen eintreten zu können.

Intelligente Einkaufsportale digitalisieren alle existierenden Verträge, analysieren sie hinsichtlich ihres Vertragsgegenstands und der aktuellen Laufzeit. Das ist die Basis dafür, um den zuständigen Einkäufer rechtzeitig auf eine baldige Kündigungsfrist und eventuelle Verhandlungschancen aufmerksam zu machen oder ihn alternativ auf Wettbewerber mit anderen Konditionen und Preisen hinzuweisen.

 

nl/KWM

Hinterlassen Sie einen Kommentar