Wissen optimal vernetzt: Einheitlicher Datenzugriff für Patienten, Ärzte und Therapeuten

Patientendaten vernetzen © metamorworks/ Adobe.Stock.com

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„Was hat der Herr Doktor denn genau gesagt?“ Auf diese Frage reagieren viele Patienten mit fragenden Gesichtern. So genau wissen sie das gar nicht. Kein Wunder bei einer Arzt-Patienten-Kommunikation mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von sieben Minuten oder einer Visite von maximal drei Minuten. Was bleibt, sind unverständliche Fachbegriffe und das Gefühl, von der Situation überfordert gewesen zu sein. Wissensaustausch auf Augenhöhe sieht anders aus. Ändern müssen sich dafür aber weder die Ärzte noch die Patienten. Smarte Tools aus dem Werkzeugkasten des Wissensmanagements können nachhaltig zur Verständigung, Dokumentation und Vernetzung beitragen.

Patientendaten „to go“

Angelehnt an die Idee von elektronischer Gesundheitskarte und digitaler Patientenakte könnte jeder Patient eine Art Datenstick erhalten, auf dem alle relevanten Informationen – vom Arztbrief bis zum Röntgenbild – gespeichert sind. Auch App-basiert ist das möglich. Damit hätte er zum einen selbst alle Diagnosen vorliegen und kann sich damit individuell, je nach seinem persönlichen Wissensbedarf, auseinandersetzen. Zum anderen helfen diese Daten bei der Interaktion mit verschiedenen Fachärzten, Pflegern und Therapeuten. Mit dem expliziten Einverständnis des Patienten können sie auf die gespeicherten Dokumente zugreifen, sie als Basis für ihre Arbeit nutzen und um weitere wichtige Daten ergänzen. So sind alle über den gesamten Krankheitsverlauf stets im Bilde, können Wissen um Vorerkrankungen, Wechselwirkungen sowie Unverträglichkeiten in ihre Behandlung einfließen lassen und sind so in der Lage, auf dem Bestehenden aufzubauen.

Schneller, besser, kostengünstiger

Das kommt zum einen dem Patienten zugute, zum anderen aber auch dem medizinischen Gesamtapparat. So werden Fehler ebenso vermieden wie Doppeluntersuchungen. Das spart Zeit, Geld und personelle Ressourcen. Zudem erhöht es die Versorgungsqualität und steigert nicht zuletzt die Zufriedenheit aller Beteiligten.

Insellösungen sind nicht zielführend

Dieser Ansatz eignet sich besonders, um das Thema Digitalisierung weiter voranzutreiben. Er zeigt beispielhaft, dass diese wichtige Form des Wissensmanagements keine Belastung bedeutet, sondern Entlastung bewirkt. Die Notwendigkeit, Patientendaten flächendeckend digital vorzuhalten, muss sich im gesamten Gesundheitssystem durchsetzen. Insellösungen sind zwar für den Einstieg gut, verhindern aber, dass sich die Mehrwerte der Digitalisierung vollständig entfalten. Wenn zwar die Arztpraxis die Patientendaten elektronisch bereitstellt, das nächste Krankenhaus sie aber nicht auslesen kann, dann ist systematische und ressourcensparende Vernetzung nicht möglich.

Datensicherheit hat oberste Priorität

Natürlich muss, um dem Einwand gleich vorwegzugreifen, die Sicherheit der Daten garantiert sein. Dazu gehören ein verschlüsselter Zugriff und eine explizite Datenfreigabefunktion ebenso wie Notfallszenarien, wenn der Stick oder das Smartphone verloren gehen. Die Möglichkeiten reichen von Fernzugriffen bis hin zur Selbstlöschung der Informationen. Regelmäßige Backups sollten den Datenbestand zudem sichern und vor Verlust schützen.

nl/KWM
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