Wissenskreislauf: Lernen, Dokumentieren, Kommunizieren & Anwenden

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Wissen ist nicht statisch, sondern immer in Bewegung. Es verändert sich durch neue Informationsbausteine, durch Praxiserfahrung und durch den Austausch mit anderen Wissensträgern. Daraus ergibt sich der bekannte Wissenskreislauf, bestehend aus Wissenserwerb, -speicherung, -weitergabe und -nutzung. Doch was bedeutet das in Bezug auf den Umgang mit medizinischem Wissen?

Lernen: Wissen initial erwerben

Medizinisches Wissen ist die Grundlage des Arztberufes. Doch woher kommt dieses Know-how? Ärzte lernen es im Studium und während ihres praktischen Jahres. In ihrer weiteren Laufbahn gilt es, immer auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben. Eine notwendige und damit tägliche Herausforderung ist das lebenslange Lernen in der Medizin. Werkzeuge aus dem Repertoire des Wissensmanagements finden so ihren Weg in den Krankenhausalltag. Fachzeitschriften und Online-Portale publizieren regelmäßig neueste Erkenntnisse, Leitlinien sowie Handlungsanweisungen. Um in der Informationsflut die Spreu vom Weizen zu trennen, empfehlen sich Wissensplattformen, die relevante medizinische Entwicklungen direkt ins Krankenhaus liefern. Diese sind vorselektiert, auf das Wichtigste komprimiert und gehirngerecht aufbereitet. Neues Wissen ist so nur einen Mausklick entfernt. Das hilft z.B. dann, wenn ad-hoc eine Information benötigt wird. Um tiefer in ein Fachgebiet einzutauchen, sind hingegen Weiterbildungen notwendig. Vermehrt finden dafür eLearning-Formate ihren klinischen Einsatz. So werden Reisekosten gespart, Abwesenheiten verhindert und gleichzeitig der Lerneffekt maximiert.

Dokumentieren: Gelerntes verfügbar machen

Doch Wissen ist flüchtig. Was nicht regelmäßig benötigt oder nicht sofort umsetzbar ist, gerät leicht in Vergessenheit. Zudem gilt es, andere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Folglich ist das erworbene Know-how immer zu dokumentieren. Weiterbildungsinhalte lassen sich beispielsweise im Intranet verfügbar machen. Die gewonnenen Erfahrungen im Umgang mit Patienten lassen sich in Form von Lessons Learned weitergeben.

Kommunizieren: Wissen reflektieren

Wissen ist gut, aber Kontext weitaus wichtiger. Was bedeutet eine neue Richtlinie für mein eigenes medizinisches Handeln? Wie lässt sich eine neue Behandlungsmethode umsetzen? Welche Erfahrungen haben die Kollegen mit einem vielversprechenden Medikament gemacht? Durch Austausch und Diskussion lässt sich neues Wissen besser einordnen. Bereits erlebte Erfahrungen werden in den Vergleich gestellt und steigern den Gewinn an Erkenntnissen.

Anwenden: Wenn aus altem Wissen neues Wissen wird

Wird neues Wissen dann erstmals im Klinikalltag angewendet, verändert sich die eigene Erfahrungswelt. Bisherige Behandlungsroutinen lassen sich durch das hinzugewonnene Wissen neu definieren. Was bewirken neue Erkenntnisse beim Patienten? Dieser Erfahrungsschatz macht aus dem Gelernten angewandtes Wissen. Und hier schließt sich der Wissenskreislauf. Erkenntnisse gilt es nun wieder zu dokumentieren, zu diskutieren und auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen.

 

nl/KWM

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