Wissensmanagement 2020 – das Fazit, Teil 2: Was hat die Pandemie bewirkt?

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Wenn man der derzeitigen Pandemie mit all ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auch etwas Gutes abgewinnen will, dann ist es die Tatsache, dass sie es – endlich – geschafft hat, das Gesundheitswesen aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Covid-19 hat alle Beteiligten wachgerüttelt und den dringenden Handlungsbedarf offensichtlich gemacht: Die bisherigen Prozesse sind zu langsam, zu analog, zu schwerfällig. Wissensmanagement hat die richtigen Tools und Methoden im Gepäck, um die identifizierten Schwachstellen auszubessern und auf das Niveau 4.0 zu heben.

Von der Klinik zur agilen Organisation

Pandemiezeiten sind Lernzeiten, denn „die Situation ist dynamisch“, wie Gesundheitsminister Jens Spahn in den vergangenen Monaten immer wieder betont hat. Will meinen: Was heute gilt, kann morgen schon wieder überholt sein. Das bedeutet: Mediziner, Kliniken, die Kassenärztliche Vereinigung und alle anderen im Gesundheitswesen involvierten Personen müssen flexibel handeln. Galten die Prozesse bisher oftmals als zu starr, haben die vergangenen Monate das Gegenteil bewiesen: Das gesamte System ist lernfähig. Und es ist auch bereit, sich auf die dynamisch verändernden Rahmenbedingungen einzustellen. Kliniken können also zu agilen Organisationen werden, die tagtäglich auf neue Erkenntnisse, Vorgaben und Richtlinien reagieren.

Wissensmanagement-Projekte mit hohen Erfolgschancen

Für künftige Wissensmanagement-Projekte bedeutet das: Richtig geplant und unter aktiver Einbeziehung aller Beteiligten haben selbst ambitionierte Vorhaben durchaus hohe Erfolgschancen. Denn Wissensmanagement-Projekte sind immer auch Change-Projekte. Dabei galt bisher, dass vor allem Krankenhäuser aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der geringen Personaldecke nur sehr wenig veränderungsbereit sind. Denn jede Veränderung bedeutet zunächst einmal Mehrarbeit. Doch Veränderungen können auch Einsparpotenziale mit sich bringen, die bestehenden Prozesse verschlanken und damit zu spürbaren Entlastungen bei den Fachkräften führen. Zudem profitieren die Patienten durch ein Mehr an Behandlungsqualität und -zeit.

Das Changemanagement funktioniert

Change-Verweigerer haben es also künftig schwer. Was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal. Denn die implementierten Maßnahmen haben durchweg zu Verbesserungen geführt: Schutzausrüstung ist mittlerweile ausreichend vorhanden. Bettenkapazitäten können in Echtzeit geplant werden, auch überregional. Die Therapiemaßnahmen haben sich dank Erfahrungszuwachs verbessert. Doch die Veränderungen betreffen nicht nur die Krankenhäuser: So sind auch die Gesundheitsämter leistungsfähiger geworden. Hilfe von außen – beispielsweise durch die Bundeswehr – lässt sich anfordern.

Wissensmanagement ist nicht mehr verhandelbar

Die meisten Maßnahmen, die die Pandemie beherrschbar gemacht haben, fußen auf den Methoden des Wissensmanagements. Daher sind weiterführende Vorhaben, zu denen auch die Digitalisierung gehört, künftig nicht mehr verhandelbar. Die Notwendigkeit entsprechender Umsetzungsprojekte ist offenkundig geworden. Für die Zukunft des Gesundheitswesens sind sie alternativlos.

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