Wissensmanagement-Ausblick: Was lernt das neue Jahr aus 2020?

wissensmanagement in der klinik
© Thieme & Frohberg GmbH

Die Erfahrungen aus den Anfängen der Corona-Pandemie haben den Stein ins Rollen gebracht: Das Gesundheitswesen – allen voran die Krankenhauslandschaft – muss digitaler werden. Elektronische Kommunikation, virtueller Informationsaustausch und Datenzugriff in Echtzeit bilden das Fundament für zukunftsfähige Klinikprozesse. Den Weg dorthin soll das Krankenhauszukunftsgesetz ebnen. Ziel ist es, mit Hilfe von insgesamt 4,3 Milliarden Euro digitale Wissensmanagement-Ansätze einzuführen und umzusetzen.

Vom analogen Krankenhaus zum Smart Hospital

Digitalisierung ist – genau wie das Wissensmanagement – ein sehr heterogener Begriff. Oft bleibt unklar, was genau gemeint ist. Der OP-Roboter? Das Dienst-Tablet? Oder eine Alexa fürs Patientenzimmer? Natürlich, all das ist Digitalisierung. Aber nicht die Form der Digitalisierung, die Kliniken derzeit am dringendsten benötigen. Was sie nämlich tatsächlich brauchen und wo die größten Optimierungspotenziale liegen, das hat – in diesem Ausmaß einzigartig – die Corona-Pandemie gezeigt. Und so legt auch das Gesundheitsministerium bei der Aufzählung möglicher Digitalisierungsmaßnahmen im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes den Finger in die Wunde. Gefördert werden demzufolge insbesondere[1]

  • Patientenportale,
  • elektronische Dokumentationslösungen für Pflege- und Behandlungsleistungen,
  • digitales Medikationsmanagement,
  • Maßnahmen zur IT-Sicherheit sowie
  • sektorenübergreifende telemedizinische Netzwerkstrukturen.

Kein Wissensmanagement ohne Erfolgskontrolle

Doch entsprechende Umsetzungsvorhaben sind ressourcenintensiv. Sie kosten nicht nur Geld, sondern binden auch Mitarbeiterkapazitäten, sorgen für Abweichungen von bisherigen Standardprozessen und bedeuten einen weitreichenden Eingriff in die existierende IT-Landschaft. Diese Aspekte sind keineswegs neu, aber die Erfahrungen aus dem Corona-Jahr 2020 haben die Folgen von Fehlschlägen gerade bei IT-Projekten für jeden Einzelnen erlebbar gemacht. Stichwort: Corona-Warn-App. Dabei hat sich gezeigt, dass neben Zeit- und Budgetfragen auch die Motivation und Akzeptanz direkt mit dem Go-Live einer Software-Anwendung verbunden sind. Daher gilt es für jedes IT-basierte Wissensmanagement-Vorhaben – und das sind die mit dem Krankenhauszukunftsgesetz adressierten Projekte allesamt –, ihnen zunächst eine Bedarfsanalyse vorausgehen zu lassen und ihre erfolgreiche Realisierung anschließend datenbasiert zu evaluieren. Natürlich mit dem bei Wissensmanagement-Vorhaben erforderlichen zeitlichen Abstand.

Regelmäßige Bestandsaufnahme des Digitalisierungsfortschritts

Das Krankenhauszukunftsgesetz hat exakt diesen Aspekt mit aufgenommen. Demnach wird der Stand der Digitalisierung in deutschen Kliniken im Abstand von zwei Jahren evaluiert – jeweils zum 30. Juni 2021 und zum 30. Juni 2023. Jeder einzelnen Klinik, die die Digitalisierung jetzt in Angriff nehmen will, empfiehlt sich ein an diesen Prozess angelehntes Vorgehen. So lässt sich beispielsweise auf Basis eines Reifegradmodells der Status quo für einzelne Stationen oder Bereiche, aber auch für die gesamte Organisation ermitteln. Darauf aufbauen wird der Fortschritt des Wissensmanagements und der Digitalisierung in regelmäßigen Intervallen evaluierbar.

Quellen:

[1] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krankenhauszukunftsgesetz.html

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