Wissensmanagement in Zeiten von Corona

Corona Wissensmanagement

©Thieme & Frohberg GmbH

Wissensmanagement während Corona: Worauf müssen Kliniken achten?

Kontaktbeschränkungen, Abstandspflichten, Versammlungsverbote – die Corona-Pandemie hat zu massiven gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Und sie entwickelt sich vielerorts zum echten Hemmschuh für das Wissensmanagement: Seminare wurden auf unbestimmte Zeit verschoben, Kongresse sogar ganz abgesagt. Doch die Demografiespirale dreht sich unaufhaltsam weiter. Auch die Informationsflut fließt ungebremst fort. Um weitreichenden Wissensverlusten vorzubeugen, müssen Kliniken ihren Fokus also gerade jetzt auf die Initiierung von Wissensmanagement-Projekten lenken. Dass das auch auf Distanz und virtuell funktioniert, das haben die vergangenen Monate bewiesen. Und genau das kann sich als echter Vorteil für die Wissensarbeit und die damit verbundenen Digitalisierungsvorhaben erweisen.

Wissensmanagement: Warum gerade jetzt?

Die Krankenhauslandschaft befindet sich mehr denn je im Wandel. Mit der Corona-bedingten Aufstockung von Intensivbetten und der Verpflichtung, ausreichend Kapazitäten für Covid-19-Patienten freizuhalten, steigt der Kostendruck. Zudem gilt es, die aufgeschobenen OPs nachzuholen und die langen Wartelisten abzuarbeiten. Allerdings ist das leichter gesagt als getan, schließlich ist medizinisches Personal besonders gefährdet. Das gilt vor allem für ältere Ärzte und Pfleger.

Zudem befinden wir uns mitten im demografischen Wandel. Infolgedessen werden tausende Klinikmitarbeiter aus der Generation der Babyboomer in den nächsten Monaten in den Ruhestand wechseln. Das Gesundheitswesen steht damit nicht nur vor einem Fachkräftemangel, sondern regelrecht vor einem Personalnotstand. Kliniken müssen daher einerseits dringend neue Mitarbeiter rekrutieren, andererseits sollten sie möglichen Wissensverlusten vorbeugen und das Know-how der bald ausscheidenden Fachkräfte sichern.

Wissensmanagement trotz Kontaktbeschränkungen: Geht das überhaupt?

Aber Einstellungsgespräche ohne direkten Kontakt? Oder Wissenstransfers auf Distanz? Dass virtuelles Arbeiten trotz vielfältiger Vorbehalte funktioniert, das haben die vergangenen Monate bewiesen. Bewerberinterviews lassen sich beispielsweise hervorragend per Videokonferenz durchführen, ebenso wie Wissenssicherungsgespräche. Auch eine Reifegradanalyse – als Einstieg in das Wissensmanagement – ist virtuell realisierbar. Voraussetzung ist, neben der IT, insbesondere der Wille zum Erfolg.

Doch die Corona-Krise hat noch viel mehr bewiesen als die Wirksamkeit digitaler Zusammenarbeit: nämlich den Erfolg – und damit die Bedeutung – von Wissensmanagement. Daten sammeln, bündeln, auswerten und transparent sowie bedarfsorientiert zur Verfügung stellen, ist eines der erklärten Intentionen von Wissensmanagement-Vorhaben. Und genau dieses Ziel verfolgt das DIVI-Intensivregister. Wie so oft im Wissensmanagement, gerade bei Schnellschüssen, gelingt die Umsetzung nicht immer reibungslos. Aber Fehler dienen ja bekanntlich als Lernquelle – und so hat sich das Melderegister schon nach kürzester Zeit etabliert. Damit ist gleichzeitig bewiesen, dass Wissensmanagement im Gesundheitswesen funktioniert und dass sich Wissensmanagement auszahlt. „Auszahlt“ bezieht sich dabei explizit nicht nur auf monetäre Aspekte, sondern ist zu verstehen im Sinne von Verbesserung und Effizienzsteigerung.

Unkonvetionelle Lösungen „out of the box“

Und was im Großen gelingt, lässt sich auch im Kleinen – also klinikintern – umsetzen. Was es dazu braucht, ist vor allem der unbedingte Wille oder ein hoher Leidensdruck, um die verfügbaren Ressourcen zu bündeln und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Gerade in Zeiten von Corona gilt es dabei, auch einmal unkonventionelle Wege zu betreten und „out oft he box“ nach Lösungsansätzen zu suchen. Um diese zu finden, empfehlen sich im übrigen Ansätze aus dem Wissensmanagement, wie Brainstorming oder Mindmapping. Auch World Cafés, systemische Aufstellungen oder Design Thinking können helfen. Angesichts der derzeitigen Lage aber vorzugsweise virtuell.

 

 

nl/KWM

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