Wissensmanagement: Digitale Medien in der Medizin

Digitales Wissensmanagement

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Wissensmanagement unterscheidet zwischen implizitem und explizitem Wissen. Vor allem Ersteres liegt häufig im Augenmerk, insbesondere von Wissenssicherungsprozessen. Doch gerade in der Medizin geht es vor allem darum, explizites Wissen schnell und bedarfsgerecht zugänglich zu machen. Nur so gelingt es, innovative Forschungsergebnisse in die täglichen Entscheidungsfindungen einzubeziehen und die jeweils bestmögliche Behandlungsstrategie zu entwerfen. Digitale Medien spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Fachliteratur ist und bleibt unverzichtbar

Das Deutsche Ärzteblatt, The Lancet oder The New England Journal of Medicine – Fachliteratur gehört zur wichtigsten Informationsquelle in der Medizin. Nur wenn die Ärzteschaft immer aktuell informiert ist, kann sie kompetent handeln und auf höchstem Niveau agieren. Doch angesichts überdurchschnittlicher Arbeitsbelastung, steigender Patientenzahlen und wachsendem administrativem Aufwand wird es schwierig, neueste Studien- und Forschungsberichte immer im Blick zu haben. Hier zeigt sich eine der Parallelen zwischen Wissensmanagement und Medizin: deren Vielfältigkeit. Oft sind Ärzte zwar fachbereichsübergreifend interessiert, doch aufgrund ihres permanenten Zeitdrucks ist vor allem das eigene Fachgebiet relevant. Die entsprechenden Artikel aus der einschlägigen Literatur herauszusuchen, bindet jedoch wertvolle Ressourcen. Und nicht selten gehen kleinere, aber dafür nicht minder wichtige Informationen in der papiergebundenen Wissensflut unter. Oder sie geraten in Vergessenheit. Gewinnen sie im Behandlungsverlauf plötzlich wieder an Bedeutung, ist guter Rat teuer: Wo habe ich das gelesen? Und wann? Anschließend beginnt das große Suchen. Die Recherche nach dem richtigen Datensatz kostet jedoch Zeit.

Digitale Medien liefern relevantes Fachwissen unabhängig von Zeit und Ort

Genau hier kommen digitale Medien ins Spiel: Sie stellen wichtige Informationen zeit- und ortsunabhängig bereit und machen sie auf Knopfdruck auffindbar. Das heißt, das medizinische Personal wird mit neuesten Informationen zum eigenen Fachgebiet versorgt. Über eine Filterfunktion gelangen ausschließlich relevante Neuigkeiten via Push-Nachrichten direkt auf den Bildschirm des Arztes. So kann er sich explizit mit dem Wissen beschäftigen, das für seine Arbeit essenziell ist. Damit ist er stets auf dem aktuellen Stand. Gerät doch einmal eine wichtige Information in Vergessenheit, kann er sie über Schlagworte jederzeit wieder aufrufen. Wenige Tastenklicks genügen. Per Tablet ist das sogar während eines Patientengesprächs möglich, denn der Zeitaufwand beschränkt sich auf einige Sekunden.

Fachinformationen kollaborativ nutzen

Digitale Medien können aber noch mehr: Interessante Fachartikel lassen sich über elektronische Portale mit Kollegen teilen oder diskutieren. Zudem fördern Kommentarfunktionen den Austausch zu aktuellen Themen, auch interdisziplinär. Dadurch wird die Publikation medizinischer Daten nicht zur Einbahnstraße, sondern zum offenen Diskurs. Auf diese Weise lässt sich (neues) Wissen nicht nur prüfen, sondern weiterentwickeln – ein Prozess, den sowohl das Wissensmanagement als auch die Medizin ausdrücklich begrüßen.

nl/KWM

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