Wissensmanagement & Digitalisierung – ein Dream-Team

wissenmanagement und ditalisierung

©Thieme & Frohberg GmbH

Digitalisierung braucht unbedingt Elemente des Wissensmanagements, anderenfalls sind entsprechende Projekte von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der bewusste Umgang mit der Ressource Wissen ist quasi die Luft zum Atmen, die Digitalisierungsvorhaben brauchen. Wissensmanagement bildet die Basis für die nachhaltige Implementierung von Krankenhausinformationssystemen (KIS) ebenso wie für die elektronische Patientenakte oder das DIVI-Intensivregister. Doch umgekehrt ist auch das Wissensmanagement zunehmend auf die Digitalisierung angewiesen. Aufgrund explodierender Datenmengen wird die Informationsflut mit herkömmlichen Methoden schlichtweg nicht mehr beherrschbar. Das gilt insbesondere für wissensintensive Bereiche, zu denen auch die Klinikprozesse zählen.

Wissensmanagement: Was ist das eigentlich genau?

Wissensmanagement – gerade in letzter Zeit ist der Begriff wieder in aller Munde. Vor allem im engen Zusammenhang mit anstehenden Digitalisierungsprojekten. Doch oftmals weiß keiner der Beteiligten ganz genau, was darunter eigentlich zu verstehen ist. Deshalb wird es zwar immer wieder erwähnt, aber nie wirklich umgesetzt. In der Folge scheitern auch aussichtsreiche Digitalisierungsvorhaben. Der Grund: Einer Digitalisierung ohne Wissensmanagement fehlen die stabilisierenden Grundpfeiler.

Daher muss zunächst klar sein, was Wissensmanagement eigentlich bedeutet und welches Ziel es verfolgt: Wissensmanagement fokussiert auf den effizienten Umgang mit Daten aus den heterogenen Quellen. Im Zuge der Digitalisierung versteht es die Technik als Mittel zum Zweck: Nur dank innovativer IT und intelligenter Vernetzung kann Wissensmanagement die wachsenden Datenmengen intelligent nutzen und Informationen verfügbar machen. Genau an dieser Stelle zeigt sich, weshalb dem Wissensmanagement eine so zentrale Bedeutung zukommt: Versucht man, die digitale Patientenakte zu etablieren, verfasst seine Arztbriefe aber weiterhin auf Papier, können die darin enthaltenen Daten keinen Eingang in die E-Akte finden. Und da die täglichen Datenmengen immer weiter explodieren – das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen IDC geht von einer jährlichen Steigerung um 27 Prozent aus – lassen sie sich immer weniger mit herkömmlichen Mitteln managen. Auch Excel-Listen kommen längst an ihre Grenzen. Es bedarf in der Tat intelligenter IT, um die erzeugten Daten speichern, analysieren und mehrwertstiftend nutzen zu können.

Datenmanagement steht auf der Klinikagenda ganz oben

Bei zahlreichen Krankenhäusern steht genau dieses Thema derzeit ganz oben auf der Agenda. Sie fragen sich nicht nur, welches Wissen in ihrer Organisation eigentlich vorhanden ist und wo genau es sich verbirgt. Vielmehr beschäftigen sie reine Daten. Wie viele FFP2-Masken haben wir vorrätig? Wo lagern sie? Wie lange werden sie reichen? Welche Szenarien sind denkbar und wie müssen wir abhängig von der pandemischen Entwicklung reagieren? Gleiches gilt für die übrige Schutzausrüstung, aber auch für Desinfektionsmittel und andere Hygieneartikel. Vom Papierhandtuch bis zum OP-Besteck muss die Verfügbarkeit in Echtzeit abrufbar sein. Zudem gilt es, den Bestand mit dem Einkaufs- und Lieferprozessen zu vernetzen. Läuft ein Vertrag aus? Wann sind neue Konditionen verhandelbar?

Aus analog wird digital

Im Zuge der Digitalisierung lassen sich solche Abläufe automatisieren. Der zuständige Mitarbeiter wird per Push-Nachricht informiert, sobald er aktiv werden muss. Allerdings ist das nur dann möglich, wenn die zugrunde liegenden Informationen – aus dem Lager, aus den Verträgen etc. – in elektronischer Form vorliegen. In der Vorbereitung auf ein Digitalisierungsprojekt müssen demzufolge alle beteiligten Prozesse skizziert und analysiert werden, um die notwendige Datenbasis zu bestimmen. Liegen die erforderlichen Daten noch in Leitz-Ordnern und Kladden, ist ein Scanner die dringendste Anschaffung. Oder die Beauftragung eines professionellen Digitalisierungsdienstleisters. Ziel muss es sein, alle analogen Daten – unter Berücksichtigung geltender Datenschutzbestimmungen – in ein elektronisches Format zu überführen, um sie für digitale Lösungen überhaupt verfügbar zu machen.

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