Wissensmanagement: Erfolgsfaktor Motivation

Egal ob Krankenhausinformationssystem (KIS), elektronische Patientenakte oder Prozessoptimierungen – über den Erfolg oder Misserfolg von Wissensmanagement-Initiativen entscheidet maßgeblich die Motivation der Mitarbeiter. Wollen Sie ein entsprechendes Vorhaben umsetzen oder ein bereits implementiertes Projekt zu neuem Schwung verhelfen, sollten Sie sich bereits im Vorfeld überlegen, wie Sie Ihr Personal dafür begeistern können.

Die häufigsten Gründe für fehlende Motivation

Um die Motivation in Ihrem Haus zu fördern, müssen Sie sich zunächst über die Gründe für fehlende Motivation klar werden. Laut einer Umfrage der Haufe Mediengruppe rangiert dabei mangelnde Wertschätzung für die eigene Arbeit ganz oben auf der Kriterienliste, gefolgt von schlechtem beziehungsweise lückenhaftem Informationsfluss und fehlendem Know-how. Doch worauf lassen sich diese Ursachen zurückzuführen?

Zum einen sind hier die Führungspersönlichkeiten in der Pflicht: Sie müssen für ein gutes Betriebsklima sorgen. Dazu gehören Kommunikation auf Augenhöhe, Anerkennung der Leistungen, aber auch klare Absprachen und mehrwertstiftende Team-Konstellationen. Zum anderen bedarf es eines ganzheitlichen Wissensmanagements, um die im Klinikalltag erforderlichen Daten stets griffbereit zu haben. Und genau an dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz: Fehlendes Wissensmanagement führt zur Demotivation, was die Einführung entsprechender Lösungen und Prozesse wiederum behindert.

Wissensmanagement aus Überzeugung

Doch genau darin liegt die Chance: Klagen Ihre Mitarbeiter über Datenchaos, Zettelwirtschaft und lange Suchzeiten, können Sie sie von der Notwenigkeit einer Wissensmanagement-Lösung überzeugen. So sehen sie die Einführung nicht mehr als negative Veränderung oder aufwändige Mehrarbeit. Vielmehr ist sofort klar: Dank Wissensmanagement arbeite ich schneller und vor allem datenbasiert. Die Zeitersparnis kommt der Klinik und den Patienten zugute – und nicht zuletzt auch den Mitarbeitern, die sich auf das Wesentliche konzentrieren oder zum Durchschnaufen auch mal eine Pause einlegen können.

Ist dieser Zusammenhang allen Beteiligten klar, werden sie sich auch aktiv für die Einführung von IT-Lösungen und die Umsetzung von Prozessveränderungen einsetzen. Der Grund dafür ist ihre intrinsische Motivation. Sie sehen die Mehrwerte – und werden zu „Überzeugungstätern“.

Motivation durch äußere Anreize

Im Gegensatz dazu steht die extrinsische Motivation, sie basiert auf äußeren Anreizen. Dahinter steht in der Regel ein Bonusprogramm. Für ihre Wissensmanagement-Aktivitäten sammeln die Mitarbeiter dabei Punkte, die sie später einlösen können – für eine Weiterbildung, für Freizeit oder Sachbezüge. Auch Auszeichnungen, denen kein monetärer Wert gegenübersteht, gehören dazu, wie der „Wissensarbeiter des Monats“ oder Ähnliches.

Häufig funktionieren solche Belohnungssysteme nur kurzfristig. Daher eignen sie sich besonders als Unterstützung für einen begrenzten Zeitraum, zum Beispiel während der kritischen Go-Live-Phase eines neuen Krankenhausinformationssystems. Oder bei der Umstellung vom papiergebundenen auf den elektronischen Medikationsplan. Immer dann, wenn bei einem Projekt die Planungsphase vorbei ist und die Umsetzung beginnt, dann kann sich extrinsische Motivation bewähren. Um Wissensmanagement-Vorhaben aber kontinuierlich am Laufen zu halten, dafür bedarf es eines inneren Ansporns – und zwar bei jedem einzelnen Mitarbeiter.

Kein Projekterfolg ohne Kommunikation

Nehmen Sie sich also die Zeit, den Ursachen von Demotivation auf den Grund zu gehen. Und suchen Sie gemeinsam mit den Betroffenen nach Auswegen und Lösungsstrategien. Der Kommunikation kommt an dieser Stelle eine entscheidende Bedeutung zu. Nicht umsonst ergab eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement, dass mehr als 40 Prozent aller Vorhaben aufgrund mangelnder Kommunikation scheitern.

Wer seinem Gegenüber also auf Augenhöhe begegnet und die Anliegen seiner Belegschaft ernst nimmt, der trägt bereits einen großen Teil zur so dringend benötigten Wertschätzung bei. Und das motiviert und gibt Kraft für neue Projekte.

nl/KWM

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