Wissensmanagement existiert oft nur auf dem Papier

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© frohberg – Klinik-Wissen-Managen

Wissensmanagement ist für Kliniken Pflicht – nicht nur für diejenigen Häuser, die sich nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren lassen. Maximale Behandlungsqualität, höchster Datenschutz und wettbewerbsfähige Prozesse sind in Zeiten steigender Informationsflut mit einer zielgerichteten Nutzung und Weiterentwicklung von Wissen realisierbar. Das ist in den Krankenhäusern auch weithin bekannt. Dementsprechend halten sie ihren Willen zur Einführung von Wissensmanagement auch immer häufiger in ihren Strategiepapieren fest. Doch zu oft bleibt es lediglich bei einer Absichtserklärung.

Multitalent Wissensmanagement

Wissensbasierte Lösungen setzen in Kliniken auf ganz unterschiedlichen Ebenen an:

  1. Es hilft, administratives, patientenbezogenes und medizinisches Wissen zu vernetzen und auffindbar zu machen: Auf diese Weise sind alle relevanten Informationen jederzeit zugänglich. Redundante Datenhaltung mit all ihren bekannten Problemen – Fehleranfälligkeit, Versionierung, Ressourcenverschwendung – entfallen.
  2. Es bündelt die verfügbaren Kapazitäten: Entsprechende Systeme identifizieren geeignete Experten, priorisieren die Dringlichkeit in der Notaufnahme, steuern die OP-Belegung und optimieren die Bettenauslastung.
  3. Es ist ein bewährtes Mittel gegen den demografischen Wandel: Mit der Unterstützung von Wissensmanagement kann bestehendes Personal langfristig gebunden und neue Talente rekrutiert werden, ohne den Mitarbeiterlebenszyklus aus den Augen zu verlieren.

Wissensmanagement ist ein Hauptberuf

Doch in der Praxis ist davon wenig zu spüren. Innovative Personalkonzepte fehlen ebenso wie Expertensysteme. Digitale Prozesse werden nicht konsequent umgesetzt. Regulatorische Vorgaben und langwierige Entscheidungsprozesse hemmen die Einführung von wissensbasierten Lösungen. Der Weg von der Absichtserklärung hin zur tatsächlichen Umsetzung in der Klinikpraxis führt unweigerlich über die Schaffung einer neuen Personalstelle – nämlich der des Wissensmanagers. Denn es braucht jemanden der hauptberuflich für die Umsetzung verantwortlich ist. Der Wissensquellen identifiziert und zusammenführt, Schnittstellen für einen stationsübergreifenden Austausch bereitstellt und neue Workflows den Mitarbeitern näherbringt. Er lässt ambitionierte Willensbekundungen zur Realität werden und ebnet den Weg für das Wissensmanagement, als selbstverständlichen Teil des Krankenhausalltags.

 

nl/KWM

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